Unglück mit Sprengstoffapparat Zwölfjähriger stirbt durch Silvester-Explosion in den Niederlanden

Trotz Böllerverbots hat ein Mann bei Enschede auf der Straße mit einem Metallgerät Feuerwerkspulver explodieren lassen. Dabei kam ein Kind ums Leben, ein weiteres wurde schwer verletzt.
Krankenwagen in den Niederlanden (Archivbild 2019)

Krankenwagen in den Niederlanden (Archivbild 2019)

Foto: Martijn Van Der Zande/ dpa

Bei einer Explosion von Feuerwerkspulver ist ein zwölfjähriger Junge am Freitag tödlich verletzt worden, ein weiterer Junge erlitt schwere Verwundungen. Die Kinder hatten in der niederländischen Gemeinde Haaksbergen unweit von Enschede den Angaben der Polizei zufolge nicht selbst mit Feuerwerkskörpern gespielt, sondern nur zugeschaut, wie ein Mann auf der Straße mit einem als »Klaphamer« (zu Deutsch etwa: Knallhammer) hantierte. Bei dieser in den Niederlanden häufiger von Feuerwerksliebhabern verwendeten Apparatur schlägt ein großer Metallhebel auf entzündliches Pulver, das auf einer Metallplatte ausgebracht wird. Dadurch entsteht eine starke Explosion.

Wie sich das Unglück genau abspielte, blieb laut Polizei zunächst unklar. Laut dem niederländischen Sender RTV Oost  sei das eine Kind zunächst von Umstehenden und Rettungskräften wiederbelebt worden. Danach sei es mit einem Rettungsflieger ins Krankenhaus gebracht worden, erlag dort jedoch seinen Verletzungen. Der zweite Junge wurde den Angaben zufolge im Beisein eines Notarztes ebenfalls in eine Klinik gebracht. Der Mann, der die Explosion mutmaßlich verursacht haben soll, wurde festgenommen.

In den Niederlanden gilt eigentlich ein landesweites Böllerverbot an Silvester. Die Regierung hatte das Verbot das zweite Jahr in Folge verhängt, um die Krankenhäuser in der Coronapandemie nicht zusätzlich zu belasten. 2019 mussten mehr als 1300 Menschen wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper behandelt werden. Im Jahr 2020 sank die Zahl infolge des Verbots um 70 Prozent.

sem/dpa/AFP
Mehr lesen über