Krisenstaat in Afrika Dutzende Tote und Zehntausende Obdachlose nach Flut in Niger

Etwa 40 Menschen kamen ums Leben, mehr als 92.000 haben ihre Heimat verloren: Im afrikanischen Niger hat eine seit Wochen andauernde Flutkatastrophe zu schweren Verwüstungen geführt.


Bei schweren Überschwemmungen im afrikanischen Sahel-Staat Niger sind mindestens 38 Menschen gestorben. Mehr als 92.000 Bewohner des armen Landes seien durch die Unwetter obdachlos geworden, teilte das Uno-Büro für humanitäre Hilfe in dem Land mit. Mehr als 26.000 landwirtschaftliche Nutztiere seien ums Leben gekommen, über 9000 Häuser wurden demnach zerstört.

Die Zahlen stellen eine Gesamtbilanz seit Beginn der Überschwemmungen im Juni dar. Bislang hatte die Uno die Zahl der Getöteten mit 14 angegeben; schwere Niederschläge im August hätten dann weitere Schäden in Niger angerichtet - das Land hat ansonsten eher mit Dürreperioden zu kämpfen. Besonders betroffen seien die Wüstenregionen um Agadez und Tahoua.

Nach Uno-Angaben werden derzeit rund 50.000 Nigrer von Hilfsorganisationen und den Behörden versorgt. Niger zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Krisenstaat leidet unter großer wirtschaftlicher Not, zudem terrorisiert die islamistische Miliz Boko Haram immer wieder Teile des Landes. In der Flüchtlingskrise ist die Wüste Nigers einer der zentralen Transitzonen für Migranten aus anderen Teilen Afrikas.

mxw/AFP

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