Nina Hagen bereut Fernseh-Eklat mit Angela Merkel »Ich bekam von ihr nur so einen teilnahmslosen Blick«

Nina Hagen wird offenbar altersmilde – zumindest wenn sie heute mit 67 auf einen TV-Auftritt mit Angela Merkel 1992 zurückblickt. Damals schrie die Sängerin, heute tut es ihr leid.
Nina Hagen: Ihren Song »Du hast den Farbfilm vergessen« spielte die Bundeswehr zu Merkels Zapfenstreich

Nina Hagen: Ihren Song »Du hast den Farbfilm vergessen« spielte die Bundeswehr zu Merkels Zapfenstreich

Foto: Gerald Matzka / dpa / picture alliance

Zu ihrem Zapfenstreich wünschte sich Angela Merkel den Schlager »Du hast den Farbfilm vergessen« von Nina Hagen. Ob die Punksängerin, der damit 1974 ein Hit in der DDR gelang, heute deshalb eine frühere Begegnung mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Revue passieren lässt? Womöglich ist die 67-jährige Künstlerin auch einfach altersmilde geworden.

Hagen jedenfalls bereut, so erzählt sie es der »Augsburger Allgemeinen «, ihren Auftritt in einer Talkshow mit der CDU-Politikerin Anfang der Neunzigerjahre inzwischen sehr. »Heute tut es mir leid, dass ich geschrien habe und nicht sachlich geblieben bin«, sagte sie der Zeitung.

»Ich schreie Sie so lange an, wie ich will«

Die Sängerin meint damit ihren Besuch in der Sat.1-Sendung »Talk im Turm« 1992. Mit der damaligen Frauenministerin Merkel und anderen Gästen stritt sie heftig über Drogenpolitik. Bis es aus Hagen herausplatzte und sie vor allem mit der Vorsitzenden des Bundeselternrates aneinandergeriet.

»Ich schreie Sie so lange an, wie ich will«, rief sie Ilse-Maria Oppermann zu, »ich hab die Schnauze voll von Ihrer Lügerei, Ihrer Heuchelei.« Und: »Ich geh jetzt sofort nach Hause zu meinen Kindern.« Auch Moderator Erich Böhme konnte sie nicht besänftigen, unter Gebrüll verließ Hagen die laufende Sendung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nina Hagen fiel mehrfach in Fernsehsendungen durch mindestens exzentrisches Verhalten auf, durch lautstarke Ausraster – und wurde wohl teils auch deswegen eingeladen: als Gast mit hoher Krawallwahrscheinlichkeit. Schon 1979 hatte sie für beträchtliches Aufsehen gesorgt, als sie in einer österreichischen Talkshow Masturbationstechniken vorführte. 2005 kam es in »Menschen bei Maischberger« zu einer heftigen Kontroverse mit der linken Politikerin Jutta Ditfurth (»Ich finde es furchtbar, was diese dicke Frau mit mir macht. Jutta Ditfurth, du bist eine blöde, blöde Kuh«). Und zwei Jahre später ebenfalls bei Maischberger zu einem Eklat, als Hagen sich über Ufos und Außerirdische ausließ und den Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath attackierte.

Ihr Auftritt von 1992 ist ein kleines Stück Fernsehgeschichte. »Meine Geduld war einfach am Ende«, sagt Hagen heute über die Diskussion mit der späteren Kanzlerin und Parteivorsitzenden der Christdemokraten. »Ich bekam von ihr auf meine Fragen keine Antworten, sondern nur so einen teilnahmslosen Blick. Dann bin ich ausgeflippt und nach Hause gegangen.«

apr/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.