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15. Juli 2016, 18:40 Uhr

Anschlag in Nizza

Einwohner bieten Schutzsuchenden Unterschlupf

Es war eine Nacht der Angst und Verzweiflung für die Bürger von Nizza. Doch der Brutalität des Angriffs setzten manche Einwohner Mitgefühl entgegen - und boten Fremden Unterschlupf.

Es ist eine Geste der Hoffnung in einer Nacht des Grauens. Trotz, oder gerade wegen des Angriffs auf ihre Stadt, auf ihre Art zu leben, haben Bewohner von Nizza Schutzsuchenden Unterschlupf angeboten. Um Menschen in Not einen Halt zu geben - und einen Ort, an dem sie sich in Sicherheit bringen konnten.

Ein 31-jähriger Franzose tunesischer Herkunft hatte am Donnerstagabend mit einem Lastwagen mindestens 84 Menschen in der südfranzösischen Hafenstadt getötet und Dutzende weitere lebensgefährlich verletzt.

Bei den Anschlägen von Paris im November 2015 hatte sich der Hashtag #PorteOuverte verbreitetet. Nach der Terrorfahrt auf der Promenade des Anglais hieß es in den sozialen Netzwerken nun: #PorteOuverteNice, die offene Türe von Nizza.

Leandra Iacono etwa lud diejenigen zu sich ein, die "ein Dach über dem Kopf in der Nähe des Boulevard Grosso" brauchten.

Nicht nur Privatpersonen boten Menschen an, in ihren Räumlichkeiten unterzukommen. Zum Beispiel öffnete der Direktor der Hartung Foundation die Türen seiner Kunststiftung für Hilfsbedürftige:

Der Münchner Ulrich Lehmann, der in Südfrankreich als Immobilienmakler arbeitet, berichtete der "Süddeutschen Zeitung", wie er seine Wohnung und den Hausflur für mehr als 30 Menschen öffnete und ihnen Schutz und Zuflucht bot. Als die Schreie begannen, habe er nur "hier entlang" gerufen und die Menschen zu sich geführt.

cnn

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