Anschlag in Nizza Einwohner bieten Schutzsuchenden Unterschlupf

Es war eine Nacht der Angst und Verzweiflung für die Bürger von Nizza. Doch der Brutalität des Angriffs setzten manche Einwohner Mitgefühl entgegen - und boten Fremden Unterschlupf.

Angehörige von Opfern in Nizza spenden sich Trost
AP

Angehörige von Opfern in Nizza spenden sich Trost


Der schnelle Überblick
    Das ist passiert:
  • • Im südfranzösischen Nizza ist ein Mann mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast, über zwei Kilometer hinweg überfuhr er Passanten.

  • • Laut Innenministerium starben mindestens 84 Menschen, darunter auch drei Deutsche. Viele weitere Menschen wurden verletzt.

  • • Der mutmaßliche Attentäter wurde erschossen. Die Hintergründe sind noch unklar, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

• Die Tat ereignete sich an der Promenade des Anglais: Dort hatten sich am Donnerstagabend viele Menschen versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern.

Es ist eine Geste der Hoffnung in einer Nacht des Grauens. Trotz, oder gerade wegen des Angriffs auf ihre Stadt, auf ihre Art zu leben, haben Bewohner von Nizza Schutzsuchenden Unterschlupf angeboten. Um Menschen in Not einen Halt zu geben - und einen Ort, an dem sie sich in Sicherheit bringen konnten.

Ein 31-jähriger Franzose tunesischer Herkunft hatte am Donnerstagabend mit einem Lastwagen mindestens 84 Menschen in der südfranzösischen Hafenstadt getötet und Dutzende weitere lebensgefährlich verletzt.

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Nizza: Attacke am Nationalfeiertag

Bei den Anschlägen von Paris im November 2015 hatte sich der Hashtag #PorteOuverte verbreitetet. Nach der Terrorfahrt auf der Promenade des Anglais hieß es in den sozialen Netzwerken nun: #PorteOuverteNice, die offene Türe von Nizza.

Leandra Iacono etwa lud diejenigen zu sich ein, die "ein Dach über dem Kopf in der Nähe des Boulevard Grosso" brauchten.

Nicht nur Privatpersonen boten Menschen an, in ihren Räumlichkeiten unterzukommen. Zum Beispiel öffnete der Direktor der Hartung Foundation die Türen seiner Kunststiftung für Hilfsbedürftige:

Der Münchner Ulrich Lehmann, der in Südfrankreich als Immobilienmakler arbeitet, berichtete der "Süddeutschen Zeitung", wie er seine Wohnung und den Hausflur für mehr als 30 Menschen öffnete und ihnen Schutz und Zuflucht bot. Als die Schreie begannen, habe er nur "hier entlang" gerufen und die Menschen zu sich geführt.

cnn



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Freidenker10 15.07.2016
1.
Schöne aber eigentlich auch selbstverständliche Geste! Das ganze ist so unbeschreiblich wahnsinnig da fehlen einem echt die Worte. Glauben diese kranken Islamisten wirklich dass ihnen hierfür ein Platz im Himmel winkt? Ich bin so froh das wir diesen religiösen Irsinn den es vielleicht sogar noch kranker auch in Europa gab weitestgehend hinter uns haben! Dem Islam fehlt eine französische Revolution die sie gerade bekämpfen... Warum verdammt der Islam diese Massenmörder geschlossen? Warum können diese Mörder sich auf den Islam berufen? Mir fehlt der klare Widerstand dieser Religion!
ijf 15.07.2016
2. andere Stimmen...
In der Nacht nahm ja außer n-tv zunächst von halb zwölf bis gg zwei Uhr morgens (da hab ich abgeschaltet) kein deutscher Sender die Meldungen ernst oder berichtete darüber... aber auf n-tv kamen ein, zwei Std nach der Tat (die geschah um viertel vor elf) geschockte Menschen zu Wort, die z.B. auf der Restaurant-Terrasse eines Hotels saßen (also zahlende Gäste!), die während der Schießerei über die Straße unter/hinter Bäume flüchten mussten, da die Türen zum Hotel geschlossen wurden... erst nach dem Ende der Schüsse öffnete das Hotel die Türen und ließ die Menschen in die Lobby... andere saßen in einem Straßen-Café. Die Inhaberin ließ die Menschen, auch Passanten durch die Hintertür in eine Nebengasse und auf außenliegende Hinterhaus-Treppen... einige Menschen saßen verängstigt auf der Treppe vor verschlossenen Türen, O-Ton "wir hatten solche Angst, niemand ließ uns rein - nach zwei Std trauten wir uns wieder runter..." Es ist leider nicht so, das ALLE Menschen altruistisch selbstlos reagieren und ihre Türen öffnen...
lemmy 15.07.2016
3. @Freidenker10: Hinter uns gelassen ?
Zitat von Freidenker10Schöne aber eigentlich auch selbstverständliche Geste! Das ganze ist so unbeschreiblich wahnsinnig da fehlen einem echt die Worte. Glauben diese kranken Islamisten wirklich dass ihnen hierfür ein Platz im Himmel winkt? Ich bin so froh das wir diesen religiösen Irsinn den es vielleicht sogar noch kranker auch in Europa gab weitestgehend hinter uns haben! Dem Islam fehlt eine französische Revolution die sie gerade bekämpfen... Warum verdammt der Islam diese Massenmörder geschlossen? Warum können diese Mörder sich auf den Islam berufen? Mir fehlt der klare Widerstand dieser Religion!
Häh? Frankreich liegt in Europa. Direkt neben Deutschland. Geographie ? Und es hat gerade erst angefangen. Von "hinter uns gelassen" kann wohl kaum die Rede sein.
wieissesdennnurmoeglich 15.07.2016
4. Huch
Oh, da benutzt EIN JOURNALIST den Begriff 'Schutzsuchende' ganz erstaunlicherweise ja mal im richtigen Zusammenhang! Das ist eine seltene Erfreulichkeit
lemmy 15.07.2016
5. @ijf: Gleiche Wahrnehmung
Zitat von ijfIn der Nacht nahm ja außer n-tv zunächst von halb zwölf bis gg zwei Uhr morgens (da hab ich abgeschaltet) kein deutscher Sender die Meldungen ernst oder berichtete darüber... aber auf n-tv kamen ein, zwei Std nach der Tat (die geschah um viertel vor elf) geschockte Menschen zu Wort, die z.B. auf der Restaurant-Terrasse eines Hotels saßen (also zahlende Gäste!), die während der Schießerei über die Straße unter/hinter Bäume flüchten mussten, da die Türen zum Hotel geschlossen wurden... erst nach dem Ende der Schüsse öffnete das Hotel die Türen und ließ die Menschen in die Lobby... andere saßen in einem Straßen-Café. Die Inhaberin ließ die Menschen, auch Passanten durch die Hintertür in eine Nebengasse und auf außenliegende Hinterhaus-Treppen... einige Menschen saßen verängstigt auf der Treppe vor verschlossenen Türen, O-Ton "wir hatten solche Angst, niemand ließ uns rein - nach zwei Std trauten wir uns wieder runter..." Es ist leider nicht so, das ALLE Menschen altruistisch selbstlos reagieren und ihre Türen öffnen...
Kann ich nur bestätigen. Am beeindruckendsten war die ARD, die tatsächlich mit einer Korrespondentin in Paris telefonierte (ja: Paris), um sich - man höre und staune - über die aktuelle Situation in Nizza zu informieren. Erstaunlich, wo man doch auch weiß, wie "nah" diese beiden Orte beieinander liegen. Das nenne ich Qualitäts-Journalismus par excellence. Über den Inhalt dieses Gespräches äußere ich mich besser nicht, sonst vergesse ich meine gute Kinderstube. Im ZDF war das eine Kurznachricht, die im Videotext des Senders auch nicht als Anschlag identifiziert und benannt wurde, sondern irgendwie als Unfall bei dem es mehrere Tote gegeben hätte. Währenddessen berichtete sowohl Euronews als auch n-tv bereits live über die tatsächlichen Vorkommnisse.
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