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02. September 2006, 11:32 Uhr

Nordamerika

Land unter an West- und Ostküste

Unwetteralarm in Nordamerika: Hurrikan "John" im Norden Mexikos, die Behörden riefen Alarmstufe rot aus. Auch an der Ostküste der USA ist Land unter. Der ehemalige Hurrikan "Ernesto" sorgt von Virginia bis New York für sintflutartige Niederschläge.

Cabo San Lucas/Norfolk/New York - Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Stundenkilometern fegt Hurrikan "John" seit der Nacht über die Halbinsel Baja California im Norden Mexikos. Nach Angaben des Zivilschutzes änderte er seine vorausgesagte Route leicht und erreichte Baja California 45 Kilometer westlich des Touristenortes Cabo San Lucas. Rund 5000 ausländische Touristen waren aus Furcht vor dem Hurrikan in die USA evakuiert worden. Rund 10.000 weitere wurden in sichere Gebäude gebracht. Auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala erreichte der Hurrikan die Kategorie zwei.

"Ernesto"-Auswirkungen in Norfolk: Unterführungen wurden zur Falle
AP

"Ernesto"-Auswirkungen in Norfolk: Unterführungen wurden zur Falle

Die internationalen Flughäfen San José del Cabo und La Paz sowie die Häfen der Region wurden geschlossen. Durch die starken Niederschläge wurden Straßen überschwemmt, mehrere Verbindungen sind nicht mehr befahrbar. Die Sicherheitskräfte verzeichneten zahlreiche Notrufe, doch gab es zunächst keine Angaben über mögliche Opfer und Schäden.

Schwere Überschwemmungen werden auch von der Ost-Küste der USA gemeldet: Der frühere Hurrikan "Ernesto" hat sich zwar zu einem Tiefdruckgebiet abgeschwächt, er aber so viel Regen in den US-Staat Virginia, dass dort rund 300.000 Haushalte ohne Strom waren und Hunderte Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Mindestens ein Mensch kam bei den Unwettern ums Leben.

Am Abend wurde in großen Teilen von Virginia, Pennsylvania, New Jersey und New York eine Warnung vor Überschwemmungen ausgegeben. Auswirkungen hatte das Sturmtief auch auf die US Open. "Ernesto" brachte den Spielbetrieb in Flushing Meadows am Abend zum Erliegen.

Die Windgeschwindigkeit ging auf unter 60 Kilometern in der Stunde zurück. Als der Tropensturm am Donnerstagabend auf die Küste von North Carolina getroffen war, waren es noch 112 Kilometer pro Stunde. Das lag nur knapp unter der Schwelle zum Hurrikan, die bei 120 Kilometern pro Stunde liegt.

Jul/AFP/AP/dpa

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