Nordrhein-Westfalen Deutschlands erstes Haus aus dem 3D-Drucker

Eine Spezialdüse trägt Beton auf, Maurer werden nicht mehr gebraucht: Im Kreis Warendorf probt ein Unternehmen mit staatlicher Förderung erstmals den Bau eines Hauses durch einen 3D-Drucker.
Der "3D-Drucker" zieht Mauern mit einer Düse hoch

Der "3D-Drucker" zieht Mauern mit einer Düse hoch

Foto: Guido Kirchner / dpa

Im nordrhein-westfälischen Beckum entsteht nach Angaben der Landesregierung Deutschlands erstes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker. Das Gerät, aus dessen Düse Spezialmörtel oder -beton kommen, druckt dazu Schicht um Schicht die Wände des zweigeschossigen Einfamilienhauses.

Das Projekt wird mit 200.000 Euro gefördert, man erhoffe sich Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften, teilte das Landesministerium für Bau mit. Der Drucker sei flexibel einsetzbar und schneller als herkömmliche Bauweisen, weil nicht mehr Stein auf Stein gesetzt werden müsse. Er schaffe einen Quadratmeter in fünf Minuten.

Eine Düse trägt Mörtel und Beton auf

Eine Düse trägt Mörtel und Beton auf

Foto: Guido Kirchner / dpa

In Beckum werden gerade die ersten Wände des Hauses mit etwa 80 Quadratmetern späterer Wohnfläche pro Stockwerk hochgezogen. Die aufgetragenen Schichten sind dabei nur einige Zentimeter dick. Insgesamt soll der Drucker dafür sorgen, dass sich die erforderlichen Ressourcen beim Bauen verringern.

Ob der 3D-Druck Kosten spart, ist noch unklar

Das Ministerium erhofft sich von dem Projekt Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften. In mehreren Ländern, etwa in den USA oder Belgien, stehen bereits Gebäude aus einem 3D-Drucker. Ob sich die Leistung des Druckers finanziell rentiert, muss dem Ministerium zufolge allerdings noch in Pilotprojekten ermittelt werden.

Schicht für Schicht entstehen die Grundmauern des "gedruckten Hauses"

Schicht für Schicht entstehen die Grundmauern des "gedruckten Hauses"

Foto: Guido Kirchner / dpa

Die Anzahl der Forschungsinitiativen wächst den Angaben zufolge. Die ersten Systeme zum derartig automatisierten Bauen stünden kurz vor Marktreife und Serienfertigung. Für das Haus in Beckum gab es laut dem Ministerium ein aufwendiges Genehmigungsverfahren. Um "Kennwerte zur Bestimmung der Standsicherheit" zu bestimmen, hätten an der Technischen Universität München zahlreiche Materialprüfungen stattgefunden, hieß es.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Stadt Beckum liege im Kreis Münster. Tatsächlich liegt die Stadt im Kreis Warendorf. Wir haben die Angabe geändert.

fek/dpa
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