250 Kilogramm schwere Bombe Deutscher Blindgänger verursachte Explosion auf britischem Fischerboot

Fünf Fischer wurden bei einer Detonation auf der Nordsee schwer verletzt. Ein Bericht kommt nun zu dem Schluss, dass es sich dabei »mit hoher Wahrscheinlichkeit« um einen Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg handelte.
Das Boot Galwad-Y-Mor vor der Explosion

Das Boot Galwad-Y-Mor vor der Explosion

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Andrew Oliver / dpa

Eine deutsche Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat »mit hoher Wahrscheinlichkeit« einen Unfall mit mehreren Verletzten auf einem britischen Fischerboot verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt die britische Stelle für Seeunfalluntersuchung (Marine Accident Investigation Branch, MAIB) in einem nun veröffentlichten Bericht . Zu dem Unglück war es bereits am 15. Dezember 2020 vor der englischen Grafschaft Norfolk gekommen. Dabei hatten sich laut dem Bericht die Netze des Bootes Galwad-Y-Mor beim Krabbenfischen in dem Blindgänger verfangen.

Der Sprengsatz detonierte zwar noch am Meeresgrund, aber die dadurch ausgelöste Stoßwelle war so stark, dass sie das Fischerboot heftig ins Schwanken brachte. »Obwohl die körperlichen Verletzungen für fünf der sieben Besatzungsmitglieder erheblich waren, hatten sie das Glück, nicht getötet zu werden«, sagte die MAIB gegenüber der BBC. 

Auch das Fischerboot wurde am Rumpf und der Maschine schwer beschädigt. Die Mannschaft wurde vom Rettungsboot eines Schiffs aufgenommen, das gerade in der Nähe war und später ins Krankenhaus gebracht. Die Experten stellten anhand eines Metallfragments und des verwendeten Sprengstoffs fest, dass es sich um eine 250 Kilogramm schwere Bombe deutscher Machart aus dem Zweiten Weltkrieg gehandelt haben muss.

atb/dpa