"Norman Atlantic" in Brindisi
Einsatzkräfte wollen Wrack nach Leichen durchsuchen
Das Wrack der ausgebrannten Fähre "Norman Atlantic" ist im italienischen Brindisi angekommen. Dort soll das Schiff so bald wie möglich untersucht werden. Die Behörden fürchten, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte.
"Norman Atlantic" in Brindisi: Einsatzkräfte wollen Wrack nach Leichen durchsuchen
Foto: FILIPPO MONTEFORTE/ AFP
Rom - Fünf Tage nach dem Fährunglück in der Adria haben Schlepper das Wrack der "Norman Atlantic" in den Hafen von Brindisi gezogen. Der zuständige Staatsanwalt von Bari sowie andere Ermittler und Experten sollen das ausgebrannte Wrack noch am Freitag erstmals untersuchen, wie italienische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Behörden berichteten.
Die Fähre der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am Sonntag vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und der albanischen Küste. Mindestens 13 Menschen starben, unter ihnen zwei Einsatzkräfte. Laut der Nachrichtenagentur Ansa ist die Identität von acht Opfern geklärt, fünf weitere sollen am kommenden Montag obduziert werden.
Die italienischen Behörden befürchten, dass sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen könnte, weil nicht klar ist, wie viele Menschen tatsächlich an Bord waren. In Brindisi soll das Wrack auch nach weiteren Leichen durchsucht werden.
In ersten Berichten war aufgrund der Passagierliste von 478 Menschen an Bord die Rede. Allerdings stimmte die Liste nicht mit den tatsächlichen Fahrgästen überein, es waren auch blinde Passagiere auf der "Norman Atlantic". Auch nach zwei Deutschen wird noch gesucht, nachdem 17 Deutsche von Bord der Unglücksfähre in Sicherheit gebracht worden waren.
Die Staatsanwaltschaft weitete die Ermittlungen auf vier weitere Besatzungsmitglieder und Verantwortliche der Schifffahrtsgesellschaft aus. Bisher wurde nur gegen den Kapitän und den Besitzer der italienischen Reederei Visemar ermittelt, die das Schiff an die griechische Anek Lines verchartert hatte. Der Vorwurf lautet auf mehrfache Körperverletzung und fahrlässige Tötung.