Zwischenfall in Norwegen Eisbär greift Kreuzfahrer auf Spitzbergen an

Norwegische Behörden warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgehen kann. Nun hat ein Tier ein deutsches Crew-Mitglied der "MS Bremen" attackiert.
Foto: Gustav Busch Arntsen/ dpa

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen vor Norwegens Nordküste ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" attackiert und am Kopf verletzt. Der Mann arbeite als "Eisbärenwächter" und habe mit anderen Wächtern auf einer Insel einen Landgang für Touristen vorbereiten wollen, teilte Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. "Weitere Crewmitglieder und Passagiere sind vom Vorfall nicht betroffen."

Zuvor hatte ein Sprecher des Rettungsdienstes von Nordnorwegen gesagt, der Mann sei in Begleitung einer Gruppe Touristen gewesen.

An Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises seien jeweils vier bis fünf speziell ausgebildete und bewaffnete "Eisbärenwächter", die dafür sorgen sollen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen können, sagte eine Unternehmenssprecherin. Kollegen des attackierten Wächters hätten den Eisbären "aus Gründen der Notwehr" erschossen. Er soll nun obduziert werden, hieß es von der Polizei.

Der verletzte Mann wurde zunächst zurück auf die "MS Bremen" gebracht und dann mit einem Hubschrauber nach Longyearbyen ausgeflogen, der größten Siedlung auf Spitzbergen. Laut Hapag-Lloyd Cruises ist er ansprechbar und nicht in Lebensgefahr.

Neuntägige Reise

Die "MS Bremen" kreuzt regelmäßig in der Arktis. Sie war am vergangenen Montag in Longyearbyen zu einer neuntägigen Reise rund um Spitzbergen gestartet. Die Inselgruppe besteht aus sieben Inseln. Die dortigen Behörden warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgehen kann.

Erst Anfang Juni war auf Spitzbergen ein Eisbär in einen Vorratsraum einer Touristenunterkunft eingedrungen. Als Wildhüter im Helikopter anrückten, trat er die Flucht an.

Angriffe von Eisbären sind selten. Vor wenigen Wochen ist allerdings im Norden Kanadas ein 31-Jähriger von einem Eisbär getötet worden. Er war zusammen mit seinen drei Kindern auf der Suche nach Eiern der Küstenseeschwalbe. Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären auf Spitzbergen geschah 2011, damals kam ein britischer Student ums Leben.

vet/dpa
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