Norwegen gibt noch mehr Wale zum Abschuss frei

Trotzdem hat die Industrie Probleme.

Dieser Beitrag wurde am 07.03.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Norwegen hat seine Walfang-Quote deutlich erhöht. Das Fischereiministerium hat am Dienstag beschlossen, dass in diesem Jahr 1278 Wale vor norwegischen Küsten gefangen werden dürfen. Das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Plan des Fischereiministeriums: Die schwächelnde Walfang-Industrie soll belebt werden. "Ich hoffe, dass die Quote und das Zusammenlegen neuer Fischereigebiete ein guter Start für ein gutes Walfangjahr ist", sagte der Fischereiminister Per Sandberg. (The Guardian )

Tatsächlich dürfte es anders kommen – denn norwegische Waljäger fangen bereits seit Jahren immer weniger Tiere.

Der Grund: Die Walfang-Industrie stirbt aus. International wird sie geächtet, Walfleisch und andere Produkte, zu denen die Tieren verarbeitet werden. Die meisten Länder der Welt verbieten Walfang. Nur noch Japan, Island und Norwegen erlauben es.

Japan fängt Wale offiziell nur zu "Forschungszwecken" – allerdings landen immer wieder Tiere auf dem Markt. Norwegen schlachtet das Geschäft am meisten aus, zwischen 1993 und 2016 hat das Land laut einer Studie  von Umweltschützern mehr als 12.000 Wale getötet, mehr als Japan und Island zusammen.

Obwohl Norwegen weiter auf Walfang setzt, gibt es immer weniger Walfänger.

  • 1950 gab es noch 350 Boote,
  • im vergangenen Jahr waren es nur noch elf.
  • Auch die Zahl der erlegten Wale geht daher immer weiter zurück.
  • 2015 wurden 660 Tiere getötet, 2017 noch 432. 

Laut Forschern gibt es neben dem schwindenden Interesse an Walprodukten einen weiteren Grund für den Rückgang: Durch die globale Erwärmung ziehen sich Wale in kältere Gewässer abseits der Küsten zurück. Das macht es schwerer, die Tiere zu fangen.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.