Verletzte und Vermisste Großer Erdrutsch trifft Dorf in Norwegen

Bei einem nächtlichen Erdrutsch im Süden Norwegens sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Mehr als 20 Personen gelten als vermisst. Es läuft eine große Rettungsaktion.
Ask in Norwegen: Ein Erdrutsch hat einen Teil der Straße fortgerissen

Ask in Norwegen: Ein Erdrutsch hat einen Teil der Straße fortgerissen

Foto: FREDRIK HAGEN / AFP

Nach einem Erdrutsch im Süden Norwegens sind mehr als 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das Unglück ereignete sich in der Ortschaft Ask etwa 40 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Oslo.

Mindestens zehn Personen hätten bei dem Abgang am frühen Mittwochmorgen Verletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Fünf von ihnen seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte Einsatzleiter Roger Pettersen. 26 Menschen galten ihm zufolge zwischenzeitlich als vermisst

Bis zum Abend verringerte sich die Zahl der Vermissten laut Polizei auf zwölf Personen. Berichte über bestätigte Todesfälle gibt es demnach bisher nicht.

Der Erdrutsch dehnte sich auf einer Länge von 700 Metern und einer Breite von 300 Metern aus. Er traf mehrere Gebäude in Ask. Bewohner hätten den Notruf gewählt und geschildert, dass sich ihr ganzes Haus bewege, so Pettersen. Die Lage sei ernst. Die Vermissten wohnten in dem betroffenen Gebiet, sie könnten aber auch zur Zeit des Erdrutsches außer Haus gewesen sein, sagte Pettersen.

Hubschrauber im Einsatz

Die genaue Ursache des Abgangs ist noch unklar. Er könne aber mit der örtlichen Bodenart zusammenhängen, die sehr instabil sei, hieß es. In der Gegend um Ask gibt es Hügel, aber keine hohen Berge. In der letzten Zeit hatte es dort viel geregnet.

»Das ist einer der größten Erdrutsche der vergangenen Jahre«, sagte Toril Hofshagen von der norwegischen Behörde für Wasser und Energie. Die Ursache könne natürlicher Art oder durch den Bergbau ausgelöst worden sein.

Die Polizei war Medienberichten zufolge gegen 4 Uhr morgens alarmiert worden und leitete eine große Rettungsaktion ein, die auch das Rote Kreuz, den Zivilschutz und die Armee einschloss. Hubschrauber waren im Einsatz, um Menschen aus den betroffenen Gebieten zu bringen.

Rettungskräfte am Einsatzort

Rettungskräfte am Einsatzort

Foto: Terje Bendiksby / AP

Dunkelheit und schlechtes Wetter erschwerten zunächst die Bergungsarbeiten. Auch Geologen trafen vor Ort ein.

Die norwegische Regierungschefin Erna Solberg sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. »Es schmerzt zu sehen, wie die Kräfte der Natur Gjerdrum verwüstet haben«, erklärte die Ministerpräsidentin. Gjerdrum ist die Kommune, zu der Ask gehört. Solberg zufolge könnten die Bergungs- und Aufräumarbeiten noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Ortschaft Ask befinde sich nordwestlich von Oslo. Wir haben die Angabe korrigiert.

wit/dpa/AFP
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