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Norwegen Mindestens elf Tote bei Helikopter-Absturz

In Norwegen sind bei einem Hubschrauberunglück vermutlich alle 13 Insassen ums Leben gekommen. Berichten zufolge stürzte die Maschine in Küstennähe auf eine Insel ab.

Beim Absturz eines Hubschraubers an der Küste Norwegens auf dem Rückweg von einem Ölfeld sind möglicherweise alle Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. An Bord der Maschine waren Arbeiter der Ölplattform "Gullfaks B" sowie zwei Besatzungsmitglieder. Bislang seien elf Tote gefunden worden, erklärten die Rettungskräfte am Freitagnachmittag.

Es gebe keine Anzeichen auf Überlebende, sagte ein Sprecher des Rettungszentrums in Sola. Bei den Insassen handelte es sich demnach um elf Norweger, einen Briten und einen Italiener. Der Hubschrauber vom Typ Super Puma sei geortet worden. Der Helikopter, ein Eurocopter EC 225, soll nahe der Insel Turøy westlich von Bergen explodiert und völlig zerstört worden sein.

Die Maschine war nach Angaben von Statoil auf dem Weg von dem Ölfeld "Gullfaks B", das von dem Ölkonzern betrieben wird, zu einem Flughafen in Bergen. "Wir wurden um 12.20 Uhr informiert und haben unsere Notfallorganisation sofort mobilisiert", sagte ein Statoil-Sprecher. "Wir versuchen jetzt, uns einen Überblick über die Situation zu verschaffen." Für die Angehörigen werde ein Seelsorgezentrum in Bergen eingerichtet.

"Dann habe ich eine große Explosion gesehen"

Mehrere Augenzeugen berichteten, die Maschine sei in einer Abwärtsspirale niedergegangen, gefolgt von einer mächtigen Explosion. Der Helikopter sei rasend schnell abgestürzt, sagte eine Anwohnerin der örtlichen Zeitung "Bergensavisen". "Dann habe ich eine große Explosion gesehen." Teile der Maschine seien durch die Luft geflogen, unter anderem ein Rotorblatt.

"Ich hörte, dass ein Hubschrauber aus Richtung der Nordsee kam. Es war ein seltsames Geräusch", sagte ein weiterer Augenzeuge dem Sender TV2. "Als ich aufsah, hat sich der Rotor gelöst und ist nach links verschwunden, während der Helikopter nach rechts abgedreht ist." Der Hubschrauber sei dann auf einer kleinen Insel aufgeschlagen und explodiert. Wrackteile waren sowohl an Land als auch im Wasser verstreut. Ein Teil des Wracks lag fünf bis sieben Meter tief unter Wasser, etwa 20 Meter von der Küste entfernt, wie die Rettungskräfte mitteilten.

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg twitterte kurz nach dem Unglück: "Schreckliche Nachricht von dem Helikoperabsturz. Ich werde laufend über die Rettungsarbeiten informiert."

Die Polizei in Hordaland meldete, in Verbindung mit dem Unglück seien Beschränkungen im Luftraum westlich von Sotra eingeführt worden. Der Bereich betreffe einen "Umkreis von drei nautischen Meilen um die Unglücksstelle und unter 3000 Fuß Höhe".

gam/mxw/AFP/dpa

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