Norwegen Über 100 Rentiere von Zügen erfasst

Medien berichten von einem "kilometerlangen Blutbad": In Norwegen sind binnen weniger Tage über 100 Rentiere von Güterzügen überfahren worden. Ihre Besitzer sollen für den Verlust entschädigt werden.
Tote Rentiere in Norwegen

Tote Rentiere in Norwegen

Foto: John Erling Utsi/ dpa

Mehr als 100 Rentiere sind in Norwegen innerhalb weniger Tage von Güterzügen überfahren worden. Der Rundfunksender NRK beschrieb ein "kilometerlanges Blutbad", viele Norweger zeigten sich entsetzt. Der Rentier-Besitzer habe die Bahngesellschaft mehrmals kontaktiert und man habe ihm versichert, die Züge sollten langsam an seinen Tieren vorbeifahren, berichtete der Sender. Doch die Warnung habe die Lokführer nie erreicht.

Rentiere werden in Norwegen mehr oder weniger frei gehalten. Im Winter bringen die Besitzer ihre Tiere in Gebiete, wo sie leichter Futter finden. Da es oft schwierig ist, große Herden zusammenzuhalten, warnen sie die Bahngesellschaften, bevor sie unterwegs sind. Zwischen 2013 und 2016 wurden laut NRK trotzdem mehr als 2000 Tiere überfahren und getötet.

Ein Sprecher der Bahngesellschaft sagte dem Sender, es werde Entschädigungen geben. Die Meldung des Rentier-Besitzers sei im System gewesen, aber wegen eines technischen Fehlers nicht weitergeleitet worden. Der Versuch, Lokführer in letzter Minute anzurufen, sei zu spät gekommen.

bam/dpa