Feuer in der Kathedrale Notre-Dame Die Zerstörung im Vorher-Nachher-Vergleich

Der Dachstuhl: abgebrannt. Der Spitzturm: eingestürzt. Wie groß die Schäden an der Kathedrale von Notre-Dame sind, zeigen Fotos von vor und nach dem Feuer.

Notre-Dame im Juni 2016 (r.) und am 15. April 2019
Lori Hinant/ AP; Jermy Lempin/ DPA

Notre-Dame im Juni 2016 (r.) und am 15. April 2019


Der Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist gelöscht, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bereits angekündigt, dass das Gotteshaus wieder aufgebaut werden soll. Schwerreiche französische Familien haben Hunderte Millionen Euro für die Reparatur versprochen, auch im Internet wird gesammelt.

Wie teuer der Wiederaufbau wird, hängt entscheidend vom Ausmaß der Schäden ab. Der Vergleich des Gebäudes vor und nach dem Brand vermittelt einen Eindruck der Verwüstungen.

Die Seitenansicht auf die Kathedrale von der Seine aus zeigt: Der Dachstuhl aus Eichenholz scheint nahezu völlig zerstört. Das Baugerüst im Mittelteil von Notre-Dame stand bereits vor dem Brand, die Ermittler gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass das Feuer bei Bauarbeiten ausgebrochen sein soll. 50 Ermittler suchen laut Pariser Staatsanwaltschaft derzeit nach der Brandursache.

Ein Blick in die Kathedrale: Auf den Vorher-Aufnahmen von 2015 ist der damalige Erzbischof von Paris, André Vingt-Trois zu sehen, der eine Messe zu Ehren der Opfer der Anschläge von Paris abhält. Im zweiten Bild, das am Montagabend gemacht wurde, sind Rauschschwaden zu sehen. In anderen Aufnahmen sieht man zudem Schutt, der auf den Kirchenbänken liegt.

Noch einmal ein Blick von außen. Hier sieht man den hinteren Teil der Kathedrale, an den der Park Square Jean XXIII anschließt. Auch hier wird deutlich: Der Dachstuhl ist in großen Teilen verbrannt und eingestürzt. Im Nachher-Bild sieht man auf der linken Seite Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten - 400 waren insgesamt im Einsatz.

Hier sieht man den Spitzturm von Notre-Dame in Flammen, der im Mittelteil der Kathedrale stand und bei dem Brand einstürzte. Er bestand aus 500 Tonnen Holz und war mit 250 Tonnen Blei verkleidet. Er war 93 Meter hoch - und wesentlich jünger als weite Teile der restlichen Kathedrale. Nachdem ein früherer Turm im 18. Jahrhundert demontiert worden war, wurde der nun zerstörte im 19. Jahrhundert von Eugène Viollet-le-Duc gebaut.

Während des Brandes hatten Einsatzkräfte Sorge, die beiden großen Türme könnten beschädigt werden. Erst nach mehreren Stunden gab die Feuerwehr Entwarnung, man habe den Brand unter Kontrolle.

bka



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