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Pariser Kathedrale Brand in Notre-Dame "vollkommen unter Kontrolle"

Viele Stunden schlugen Flammen aus dem Dachstuhl der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Lange war unklar, ob das Bauwerk zu retten ist. Präsident Macron hat den Wiederaufbau versprochen. Der aktuelle Überblick.

Das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig: Nach dem verheerenden Brand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame bezeichnet ein Feuerwehrsprecher die Schäden als dramatisch. Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz.

Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnte aber gerettet werden. Präsident Emmanuel Macron versprach einen Wiederaufbau des Gotteshauses im Herzen der französischen Hauptstadt.

400 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen an. In der Nacht sagte Feuerwehrsprecher Gabriel Plus, das Feuer sei "vollkommen unter Kontrolle" und "teilweise gelöscht". Es gebe aber noch einige Glutnester, die gelöscht werden müssten. Bei dem Großeinsatz wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt.

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Feuer in Notre-Dame: Der Kampf gegen die Flammen

Foto: FRANCOIS GUILLOT/ AFP

Die Brandgefahr sei gebannt, nun müsse man schauen, wie die Struktur des Gebäudes dem schweren Brand standhalten werde, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, am frühen Dienstagmorgen dem Sender BFM TV. Experten und Architekten wollten am Morgen darüber beraten, wie die Feuerwehr ihre Arbeit fortsetzen kann und ob die Kathedrale stabil ist, so Nuñez. Rund hundert Feuerwehrleute seien noch im Einsatz.

Zwischenzeitlich hatte die Feuerwehr befürchtet, die gesamte Kirche könnte einstürzen, wie Plus sagte. Priorität der Arbeiten sei es gewesen, die Struktur der beiden großen Türme zu schützen. Neben den massiven Zerstörungen am Dach gab es auch im Inneren der Kathedrale Schäden. Hunderte Jahre alte Kirchenfenster gingen zu Bruch. Wertvolle Reliquien konnten dagegen gerettet werden.

"Das Schlimmste konnte verhindert werden", sagte Staatschef Emmanuel Macron, denn die Fassade und die beiden Haupttürme seien nicht zusammengestürzt. Er versprach einen Wiederaufbau der Kathedrale und kündigte eine nationale Spendenaktion an. Die französische Milliardärsfamilie Pinault, die an der Spitze des Luxusmodekonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga) steht, kündigte an, 100 Millionen Euro bereitzustellen. Von der Familie von Bernard Arnault, der die LVMH-Gruppe gehört, sollen 200 Millionen Euro kommen.

Auch die Uno-Kulturorganisation Unesco stellte Unterstützung in Aussicht. "Es werden jahrelange Bauarbeiten nötig sein", erklärte der Präsident der französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort.

Der größte Teil der religiösen und künstlerischen Schätze konnte gerettet werden. So wurde eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche gerettet. Es handele sich dabei um die Dornenkrone, die Jesus Christus bei seiner Kreuzigung getragen haben soll, sagte Patrick Chauvet, Direktor der Kathedrale. Die Flammen hätten den Kirchenschatz nicht erreicht.

Die Dornenkrone und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden, sagte Frankreichs Kulturminister Franck Riester dem Sender LCI am Dienstagmorgen. Die Sicherstellung der Kunstwerke geschah laut Feuerwehrkommandant Jean-Claude Gallet unter erschwerten Bedingungen. Gegenstände würden herunterfallen, die Feuerwehr arbeite im dichten Rauch, hieß es.

Der Vatikan reagierte bestürzt auf den Brand. "Der Heilige Stuhl hat die Nachricht des entsetzlichen Brandes, der die Kathedrale von Notre-Dame, Symbol der Christenheit in Frankreich und der Welt, verwüstet hat, mit Schock und Trauer aufgenommen", sagte Papst-Sprecher Alessandro Gisotti.

Laut der Feuerwehr brach der Brand am Montagabend gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale aus und breitete sich rasend schnell aus. Über Stunden schlugen Flammen in den Himmel. Der kleine Spitzturm in der Mitte des Dachs brach zusammen. Die Fassade der Kirche wurde zurzeit aufwendig gereinigt. Der Brand könnte nach Einschätzung der Feuerwehr mit den Arbeiten zusammenhängen. Das Feuer schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren.

"Unbewusste Zerstörung" durch Feuer

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt zu dem Brand. Es gehe dabei um eine "unbewusste Zerstörung" durch Feuer, sagte ein Sprecher. Von möglicher Brandstiftung war keine Rede. Die Ermittler begannen in der Nacht, die Arbeiter der Baustelle zu befragen.

Der Direktor des Gotteshauses sieht keine Sicherheitsmängel beim Brandschutz. Es gebe etwa Brandaufseher, die dreimal täglich den Dachstuhl prüften, sagte Patrick Chauvet dem Sender France Inter. "Ich denke, dass man nicht mehr machen kann." Aber es gebe natürlich immer Vorfälle, die man so nicht habe vorhersagen könne. Man müsse nun prüfen was passiert sei - er wisse noch nicht.

Über Twitter hatte der französische Zivilschutz am Montagabend mitgeteilt, dass man alles tue, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auf Flugzeuge, die Wasser auf das Gebäude abwerfen, verzichte man aber. Dies könne zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen. Damit bezogen sich die Einsatzkräfte auf einen Tweet des US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte vorgeschlagen, Löschflugzeuge einzusetzen.

Notre-Dame ist eine der Pariser Top-Touristenattraktionen und wird jährlich von fast 13 Millionen Menschen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité, einer Insel in der Seine. Die Geschichte der Kirche reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Mehr zur Geschichte der Notre-Dame erfahren Sie hier. Und wie sich am Dienstag die Zeitungen im In- und Ausland dem Brand widmen, können Sie hier nachlesen.

wit/AFP/dpa/AP
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