Erste Messe in Notre-Dame nach Brand Beten mit Helm

Im April brannte eine der berühmtesten Kathedralen der Welt: Notre-Dame. Nun ist eine kleine Gruppe zur ersten Messe seit dem Unglück in die Kirche gekommen - unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

30 weiße Helme für die Gläubigen vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris
Zakaria ABDELKAFI/AFP

30 weiße Helme für die Gläubigen vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris


Zwei Monate nach dem Großbrand von Notre-Dame hat erstmals wieder eine Messe in der Kathedrale stattgefunden. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit feierte den Gottesdienst mit anderen Priestern und Gläubigen, wie in einer Übertragung des katholischen Fernsehsenders KTO zu sehen war.

Aus Sicherheitsgründen wurden nur rund 30 Menschen in das Gebäude gelassen - vor allem Priester und Angestellte der Kirche. Die Messe fand in einer Kapelle am östlichen Ende der weltberühmten Kathedrale statt. Die Gläubigen trugen weiße Helme. Kürzlich hatte der französische Chefarchitekt für historische Bauwerke davor gewarnt, dass die Kirche jederzeit einstürzen könne.

Notre-Dame war bei einem verheerenden Brand Mitte April schwer beschädigt worden - das Dach wurde weitgehend zerstört, der Vierungsturm stürzte ein. Die Diözese kündigte an, einen Andachtsraum auf dem Vorplatz der Kirche zu errichten, sobald es aus Sicherheitsgründen möglich sei. Dort sollen Gläubige auch die Beichte ablegen können.

Bischof Patrick Chauvet, Direktor von Notre-Dame, empfängt Gläubige für die erste Messe seit dem Brand
Zakaria ABDELKAFI/AFP

Bischof Patrick Chauvet, Direktor von Notre-Dame, empfängt Gläubige für die erste Messe seit dem Brand

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, die Kathedrale solle innerhalb von fünf Jahren wieder aufgebaut werden. Spender sagten zudem 850 Millionen Euro zu. Doch bisher sind erst 80 Millionen Euro ausgezahlt, also noch nicht einmal zehn Prozent des zugesagten Betrags, wie Frankreichs Kulturminister Franck Riester dem Fernsehsender France 2 sagte.

Das Geld stammt nach Riesters Angaben vor allem von Privatleuten, die an die vier beauftragten Stiftungen gespendet haben. Noch nicht gezahlt hätten dagegen die Großspender - darunter die französischen Milliardärsfamilien Arnault und Pinault, die 200 und 100 Millionen Euro versprochen haben.

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Nach Großbrand: Spendenwettlauf der Milliardäre

Dies sei "normal", sagte Riester: "Die Spenden werden nach und nach je nach Fortschritt der Bauarbeiten fließen." Derzeit würden Vereinbarungen mit den Großspendern ausgearbeitet. Diese verlangen nach Angaben des Ministeriums detailliert Auskunft, wofür ihr Geld eingesetzt werden soll. Riester appellierte erneut an die "Großzügigkeit" aller Spender.

Insgesamt haben nach Angaben des Kulturministers rund 350.000 Spender Geld zugesagt - darunter sind auch deutsche Privatleute und Unternehmen, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte. Er nannte dies nach einem Rundgang mit Chefarchitekt Philippe Villeneuve ein "starkes Signal der Solidarität". Laschet ist Bevollmächtigter für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

jpz/dpa

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