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Frankreich Senat stimmt Gesetz zum Wiederaufbau von Notre-Dame zu

Der französische Senat hat in erster Lesung dem Gesetzentwurf zum Wiederaufbau von Notre-Dame zugestimmt. Der Plan, die Kathedrale innerhalb von nur fünf Jahren wiederaufzubauen, ist umstritten.

Die bei einem Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame in Paris soll zügig restauriert werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde in der Nacht zum Dienstag vom französischen Senat verabschiedet.

Der Abstimmung sei eine längere Debatte vorausgegangen, berichteten französische Medien.

Mitte Mai hatte die Nationalversammlung das Gesetz für einen raschen Wiederaufbau der Kathedrale gebilligt. Der Gesetzentwurf sieht Ausnahmen unter anderem beim Denkmal- und Umweltschutz und bei Verfahren öffentlicher Ausschreibungen vor. Die Ausnahmeregelungen sind umstritten.

Notre-Dame war bei einem verheerenden Großbrand im April schwer beschädigt worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hatte Notre-Dame nach dem Brand inspiziert und Skepsis an Macrons Plan geäußert. Es müsse erst eine Schadensanalyse vorliegen, bevor man Aussagen zu Kosten und Dauer des Wiederaufbaus treffen könne. "Alles andere ist pure Fantasie."

Auch der Wiener Dombaumeister Wolfgang Zehetner meldete Zweifel an: "Ich halte das für sehr ambitioniert", sagte er SPIEGEL ONLINE. Es sei schwer vorstellbar, dass in dieser Zeit wirklich alle Schäden behoben werden könnten. "Dafür wird man eher Jahrzehnte brauchen - vor allem, wenn man Notre-Dame originalgetreu wiederaufbauen will."

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Foto: Francois Mori/ AP
ala/dpa