Notstand Malaysia erstickt im Rauch

Riesige Rauchwolken stürzen das Land ins Chaos: Nach schweren Waldbränden auf der indonesischen Insel Sumatra hat die Regierung von Malaysia den Notstand ausgerufen. Zahlreiche Menschen klagten über Atembeschwerden, Schulen und Industrieanlagen wurden geschlossen.


Rauchinvasion aus dem Nachbarland: Kuala Lumpur kämpft gegen Dunst und Gestank
AP

Rauchinvasion aus dem Nachbarland: Kuala Lumpur kämpft gegen Dunst und Gestank

Kuala Lumpur - Über Malaysias größtem Hafen Port Klang war die Sonne nur noch als schwach orangefarbene Scheibe zu erkennen. Menschen mit Atemschutz-Masken hasteten durch die Straßen, den Kindern wurde geraten, zu Hause zu bleiben. Angesichts der schlimmsten Luftverschmutzung seit acht Jahren kämpfen die Bewohner der Notstandszone rund um die malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur gegen eine Wand von Rauch, die sich nur langsam auflöst.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden führte der Smog zu erheblichen Gesundheitsproblemen bei der Bevölkerung. Asthma-Attacken mehrten sich. Vereinzelt wurden Schulen geschlossen. Der stellvertretende Ministerpräsident Najib Razak sagte in Kuala Lumpur, es werde alles in Bewegung gesetzt, um das Problem zu lösen. So sollten 125 Feuerwehrleute und Rettungskräfte sowie fünf Feuerwehrautos nach Sumatra entsandt werden.

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Smogalarm: Malaysia kämpft gegen Rauchwolken

Einige Industrieanlagen blieben ebenso geschlossen wie der Container-Hafen Port Klang und ein Flughafen in der Nähe von Kuala Lumpur. Nachdem über Nacht leichter Regen in Zentral-Malaysia gefallen war, löste sich der Smog stellenweise auf. Süd-westliche Winde könnten sich positiv auswirken, teilte das malaysische Wetteramt mit. Von Entwarnung könne jedoch keine Rede sein: "Die Waldbrände sind noch nicht gelöscht, so dass die verbesserte Sicht nur vorübergehend sein könnte", sagte Kang Thean Shong, Direktor des zentralen meteorologischen Dienstes in Malaysia.

Auch der Aktienmarkt reagierte auf die Rauchinvasion aus dem Nachbarland: Luftfahrt- und Tourismuspapiere gaben gestern deutlich nach. Auf Sumatra stehen jedes Jahr Wälder in Flammen, weil Farmer, Plantagenbesitzer und Minenarbeiter mit Brandrodungen Platz für Farmland schaffen wollen.



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