Notwehr Polizist erschoss Automatenknacker

Nordhausen - Ein Polizist hat am Sonntagmorgen im thüringischen Nordhausen einen Automatenknacker erschossen, als dieser sich der vorläufigen Festnahme widersetzte. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen geht von Notwehr aus. Der Mann hatte nach Darstellung der Polizei mehrere Pflastersteine auf den 30-jährigen Polizeiobermeister geschleudert. Der Beamte gab einen Schuss aus seiner Dienstpistole ab.

Laut Polizei hatten der 30-jährige mehrfach vorbestrafte Mann und sein 23-jähriger Komplize auf dem Heimweg von einer Discothek am frühen Morgen einen Zigarettenautomaten zu knacken versucht. Durch den Lärm aufgeweckte Anwohner alarmierten daraufhin die Polizei, die eine Streife zum Tatort schickte.

Der Polizeiobermeister wehrte sich zunächst mit Pfefferspray gegen den Angreifer, der ihn mit Pflastersteinen von einer Baustelle bewarf. Als der Mann sich erneut nach einem Stein bückte, habe der Beamte geschossen. Die Obduktion des Toten ergab, dass die Kugel unterhalb der Hüfte in den Körper eindrang und die Hauptschlagader durchtrennte. Der Mann sei sofort tot gewesen. Sein Komplize wurde vorläufig festgenommen, jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die beiden Beamten wurden vom Dienst freigestellt. Sie sind nach Polizeiangaben nicht vernehmungsfähig und werden psychologisch betreut.

Im Sommer 1999 hatten Beamte der Polizeidirektion Nordhausen in einem Hotel in Heldrungen irrtümlich einen Touristen erschossen, weil sie in ihm den gesuchten Gewaltverbrecher Dieter Zurwehme vermuteten.