NRW 40 Vordrängler immunisiert, um Team eines Impfzentrums zu schützen

In zwei Städten in Nordrhein-Westfalen wurden Dutzende Menschen außer der Reihe geimpft. Die Kreisverwaltung bereut den Vorgang – und verweist auf »aggressiv auftretende« Personen.
Foto: Christoph Schmidt / dpa

In Nordrhein-Westfalen wurden insgesamt 40 Personen geimpft, obwohl sie laut der Priorisierung noch nicht dran gewesen wären. Der Krisenstab des Ennepe-Ruhr-Kreises habe so entschieden, um die Mitarbeiter zweier Impfzentren zu schützen, hieß es in einer Pressemeldung .

Demnach hatten sich am Mittwochnachmittag vor zwei Zentren in Ennepetal und Schwelm mehrere Menschen versammelt. Sie hätten angegeben, im Radio gehört zu haben, dass für den Rest des Tages ohne Termin und außerhalb der Priorisierung geimpft werde.

Auf Nachfrage der Impfzentren habe die Krisenstabsleitung entschieden, die insgesamt 40 Personen zu impfen. »Auf diese Weise sollten die vor Ort beschäftigten Mitarbeiter geschützt werden«, hieß es.

»Insbesondere in den letzten Tagen hatten wir am Impfzentrum verstärkt mit aggressiv auftretenden und nicht impfberechtigten Bürgern zu tun«, wird Krisenstabsleiter Michael Schäfer zitiert.

Reste für die Vordrängler

Außerdem seien noch genügend Impfdosen übrig gewesen, um »neben den Impfberechtigten mit Termin sowie Bürgern, die auf der Reserveliste stehen, diese Personen zu impfen«.

Rückblickend räumte die Kreisverwaltung ein, dass die Entscheidung zwar gut gemeint, aber falsch gewesen sei. Die Priorisierungsstufen hätten nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Das werde sich nicht wiederholen, hieß es.

jpz
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