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Viersen in NRW Laternen müssen abgesägt werden, weil Hunde-Urin die Masten zersetzt

Wie reagiert Aluminium auf Hundeurin? Diese Frage kam in der Stadtverwaltung Viersen in NRW auf. Die Antwort ist eindeutig.
Gassi mit Hunden: In Viersen wurde der Urin der Vierbeiner zum Problem für Laternen

Gassi mit Hunden: In Viersen wurde der Urin der Vierbeiner zum Problem für Laternen

Foto: Rupert Oberhäuser/ imago images

Wie viel Hunde-Urin halten Straßenlaternen aus? Im nordrhein-westfälischen Viersen müssen Dutzende ausgetauscht werden, weil ihre Aluminiummasten durch Korrosion instabil geworden sind. Das teilte die Stadt auf ihrer Website mit. Demnach reagiert das Material mit Bestandteilen des Hunde-Urins.

Aufgefallen war das, weil an der Hageau-Promenade in der Stadt ein Aluminiummast nach einem Sturm abgeknickt war. Der Mast war laut Stadt der erste in der Reihe – und deswegen auch der erste, der brach.

Laut einem Fachunternehmen sei auch die Standfestigkeit der anderen Masten über den Mai hinaus nicht sicher, deswegen werde am Mittwoch damit begonnen, sie in einer Höhe von 1,30 Metern abzuschneiden. Dadurch soll offenbar verhindert werden, dass die betroffenen Masten zur Gefahr für Passanten werden.

Wie die Stadt Viersen auf Nachfrage mitteilte, seien vor allem Aluminiummasten auf unbefestigten Flächen betroffen – von insgesamt 10.000 Laternen im Stadtgebiet treffe dies auf 1600 zu. Bei einem Viertel der davon überprüften Laternen müssten bisher knapp 120 demontiert werden, hieß es.

Die Hageau-Promenade in Viersen mit ihren 60 Laternen sei laut Stadt besonders betroffen

Die Hageau-Promenade in Viersen mit ihren 60 Laternen sei laut Stadt besonders betroffen

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutterstock

Beim Nachschub ergibt sich jedoch ein neues Problem: Aufgrund von Lieferengpässen sei nicht absehbar, wann die Ersatzlaternen, die diesmal aus Stahl bestehen sollen, in Betrieb gehen können.

Dunkel wird es an den betroffenen Stellen deswegen aber nicht bleiben, teilte die Stadt weiter mit. Demnach stehen für 50 Laternen Ersatzmasten zur Verfügung, die mit den alten Leuchten in Betrieb genommen werden können. An anderer Stelle würden provisorische Leuchten montiert.

Alternativen fehlten nicht

Dass Hunde die Aluminiummasten wegen fehlender Alternativen »markierten«, wies die Stadt zurück. Demnach gebe es an den betreffenden Stellen mehr Bäume als Lichtpunkte. Dennoch soll es keine Konsequenz für Hundehalterinnen und Hundehalter geben, sondern lediglich für den Neubau und Austausch von Laternen: Aluminiummasten würden bereits seit Mitte 2017 nicht mehr benutzt.

Ohnehin ist es kein neues Phänomen, dass Masten im Straßenverkehr durch Urin zersetzt werden. In der Vergangenheit gab es wiederholt Berichte über umgestürzte Laternen oder Ampeln als Folge von Korrosion durch Hunde-Urin .

ptz/hba

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