Affäre um Migrantenhilfe-Verein NRW-Steuerfahnder sehen sich von Kollegen behindert

Der Ex-Chef eines Duisburger Vereins soll Millionen veruntreut haben – unter anderem für Bordellbesuche. Nach SPIEGEL-Informationen klagen die Steuerfahnder: Finanzbeamte hätten die Aufklärung torpediert.

Steuerfahnder ermittelten gegen den ehemaligen Chef des Duisburger Migrantenhilfe-Vereins ZOF e.V. Die Probleme dabei sollen allerdings von unerwarteter Seite gekommen sein: von Kolleginnen und Kollegen des Finanzamts Duisburg-West und der Oberfinanzdirektion (OFD). In einem vertraulichen Schreiben an die Staatsanwaltschaft Duisburg, das dem SPIEGEL vorliegt, halten die Steuerfahnder ihre Kritik fest.

Sie klagen darin über »diverse Abweichungen von einer konstruktiven und nachvollziehbaren Bearbeitung des Falls«, die von Beamten der OFD mitgetragen worden seien. Mehrfach, so die Steuerfahnder, seien sie ausgebremst worden und auf Hindernisse gestoßen, die offenbar den Zweck gehabt hätten, den ZOF-Chef Deniz Aksen zu schützen.

Aus: DER SPIEGEL 5/2021

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»Es erweckt insgesamt den Eindruck, dass eine bislang nicht greifbare Verbindung zwischen Politik, Verwaltung und der praktizierten Flüchtlingshilfe durch den ZOF e.V. existiert«, heißt es in dem Schreiben. Die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung wollte sich auf Anfrage nicht zu der Sache äußern.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat gegen Aksen inzwischen Anklage zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts erhoben. Der Ex-Vorsitzende von ZOF e.V. wird unter anderem beschuldigt, mehr als zwei Millionen Euro aus der Vereinskasse veruntreut und für Besuche im Bordell, in Restaurants und Luxusboutiquen an der Côte d’Azur, in Las Vegas und Düsseldorf ausgegeben zu haben.

In seiner Vernehmung hatte Aksen Vorwürfe eingeräumt. Sein Verteidiger teilte mit, sein Mandant werde sich »in dem gebotenen Maß gegen die erhobenen Vorwürfe zur Wehr setzen«.

gla
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