Neonazi-Terror Nürnberg will "N-SU"-Kennzeichen austauschen

In Nürnberg gibt es 450 Fahrzeuge, deren Nummernschild mit der Buchstabenfolge "N-SU" beginnt. Weil das zu sehr an die rechtsextreme Terrorgruppe NSU erinnert, können die Kennzeichen nun ausgewechselt werden. Begonnen wird bei städtischen Dienstautos.


Nürnberg - An die Morde der rechtsextremen Terrorgruppe NSU sollen in Nürnberg künftig auch keine Autokennzeichen mehr erinnern. Auf Weisung von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) darf jeder Fahrzeughalter in Nürnberg, dessen Autokennzeichen mit den Buchstaben "N-SU" beginnt, ohne weitere Gebühren ein neues Nummernschild beantragen. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Sie reagierte damit auf Bürger, die sich an den Nummernschildern störten. Derzeit fahren in Nürnberg 450 zugelassene Fahrzeuge mit der Buchstabenfolge "N-SU".

Außerdem bekommen die Fahrzeuge der städtischen Gesellschaft Stadtentwässerung und Umweltanalytik in Nürnberg (SUN) neue Kennzeichen. Etwa 35 Dienstautos der SUN hätten die Buchstabenfolge "N-SU" im Kennzeichen, hieß es.

Der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) werden Morde an neun türkisch- und griechischstämmigen Mitbürgern sowie einer deutschen Polizistin zur Last gelegt. In Nürnberg begann die Mordserie im Jahr 2000. Später wurden hier noch zwei weitere Menschen von der NSU erschossen.

wit/dapd



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