Nürnberg Feuerwehr befreit Hund aus Auto - Halterin muss Schaden zahlen

Eine Frau ließ ihren Hund bei großer Hitze in einem Wohnmobil zurück. Die Feuerwehr befreite das Tier, dabei entstand ein Schaden von mehr als 2000 Euro. Die Halterin klagte auf Schadensersatz - erfolglos.

Oberlandesgericht Nürnberg
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Oberlandesgericht Nürnberg


Wer bei großer Hitze einen Hund im Fahrzeug zurücklässt, muss im Zweifel einen Feuerwehreinsatz zur Befreiung des Tieres dulden und die Kosten dafür tragen. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat eine entsprechende Entscheidung des Landgerichtes Nürnberg Fürth bestätigt, indem es der Berufung einer Hundehalterin keine Aussicht auf Erfolg einräumte.

Die Klägerin hatte zuvor von der Stadt Fürth 2256,23 Euro Schadensersatz für die Beschädigung ihres Wohnmobils verlangt. Sie hatte es im August vergangenen Jahres auf einem Supermarktparkplatz abgestellt und war zu einem Spiel ins nahegelegene Fußballstadion des Zweitligisten Greuther Fürth gegangen.

Ein Zeuge bemerkte laut Gericht den im Fahrzeug zurückgelassenen Hund und verständigte die Polizei. Nachdem die Beamten vergeblich versucht hatten, das Tier über die Dachluken herauszuholen, öffnete schließlich die Feuerwehr gewaltsam das Fahrzeug und befreite den Hund.

Die Frau vertrat die Auffassung, alles für das Wohl ihres Hunds getan zu haben. Sie habe die beiden Dachluken geöffnet gelassen, außerdem Wasser und Eiswürfel hinterlassen.

Dagegen verwies die beklagte Stadtverwaltung darauf, dass der Hund gehechelt und gewinselt habe und aufgeregt hin- und hergelaufen sei. Das Wohnmobil stand demnach zudem in der prallen Sonne. Außerdem sei nicht absehbar gewesen, wann die Frau zurückkehre. Damit sei der Einsatz gerechtfertigt gewesen.

Das Landgericht folgte der Ansicht der Stadt. Mit ihrer Berufung zum Oberlandesgericht wollte die Frau erzwingen, dass ein Sachverständigengutachten zur tatsächlichen Gefährdung des Tiers eingeholt wird. Das Oberlandesgericht wies die Frau aber darauf hin, dass die Berufung keine Aussicht auf Erfolg habe. Für die Feuerwehr habe zumindest eine sogenannte Anscheingefahr bestanden. Daraufhin zog die Klägerin die Berufung zurück.

bbr/AFP/dpa



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