Nürnberger Zoo Kleine Pandas sollen von Hirschen getötet worden sein

Erleichterung im Nürnberger Zoo: Der rätselhafte Tod von zwei Kleinen Pandabären ist offenbar aufgeklärt. Die Kripo kann ihre Ermittlungen zum Tod der Tiere einstellen - Schuld waren keine Menschen, sondern die tierischen Mitbewohner der Bären.


Nürnberg - Es scheint sich zu bewahrheiten, was die Mitarbeiter des Zoos zunächst für "nahezu ausgeschlossen" gehalten hatten: Es deute alles darauf hin, dass die drei im selben Gehege lebenden Muntjak-Hirsche die Bären aufgeschlitzt haben, teilte die Stadt Nürnberg heute mit. Der Zoo hatte diese zunächst zurückgewiesen, da die Hirsche und Bären schon seit zehn Jahren friedlich in einem gemeinsamen Gehege lebten.

Ein Untersuchungsbericht habe jedoch ergeben, dass die vor zwei Wochen mit aufgeschlitzten Bäuchen im Gehege gefundenen Pandabären aller Wahrscheinlichkeit nach entweder durch die spitzen oberen Eckzähne oder durch die sehr scharfen Klauen der Muntjaks getötet wurden, erklärte ein Sprecher der Stadt. Dies sei nach derzeitigem Sachstand die einzige Möglichkeit, wie den beiden Tieren die tödlichen Verletzungen zugefügt worden seien.

Der Untersuchung zufolge wurden beide Bären durch einen spitzen, scharfen Gegenstand getötet - jedoch nicht durch ein Messer. Auch Rückstände von Narkose- oder Beruhigungsmitteln wurden demnach nicht entdeckt. Die Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Nürnberg hätten keine Hinweise auf ein Einwirken durch Menschen ergeben. Die Pandas seien letztlich an akutem Herz-Kreislaufversagen infolge ihrer Bauchverletzungen gestorben.

Es seien keine Kampfspuren wie Unterhautblutungen, Knochenbrüche oder zusätzliche Verletzungen der Haut gefunden worden. Es bleibe rätselhaft, dass beide Pandabären in der gleichen Nacht durch nahezu identische Verletzungen getötet worden seien, erklärte die Stadt. Bären und Muntjaks würden in vielen Zoos schon seit Jahrzehnten zusammen gehalten. Wegen der toten Bären will der Nürnberger Zoo nun auf die gemeinsame Haltung verzichten, bis Fachleute den Vorfall näher untersucht haben.

han/AP



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