Nur ein Scherz Bruno-Foto entpuppt sich als Fälschung

Was für ein Bild von einem Bären: Nachdem wochenlang nur ein wackliger Schnappschuss von dem herumstreunenden Bruno existiert hatte, tauchte plötzlich ein gestochen scharfes Foto von ihm auf. Wie sich nun herausgestellt hat, war es zu schön, um echt zu sein.

München - Mehr als zwei Monate nach dem Tod des Braunbären erwies sich das Foto des Tieres als Fälschung. "Der Bär, der um die Welt ging, ist nicht Bruno, sondern quicklebendig", erklärte der Sprecher der oberbayerischen Tourismusregion Samerberg Anton Hötzelsperger, der das Foto verbreitet hatte. Bei dem Tier auf dem Bild handle es sich vielmehr um einen Bären aus einem oberösterreichischen Wildpark.

Er habe die Nahaufnahme eines nassen Bären von einem guten Bekannten bekommen, der ihm glaubhaft versichert habe, es handle sich um den gesuchten Bruno, entschuldigte sich Hötzelsperger. Jetzt habe sein Bekannter zugegeben, dass er sich mit dem Foto aus dem Wildpark "einen Scherz" habe erlauben wollen. Hötzelsperger hatte das Bild an zahlreiche Zeitungen und Agenturen verkauft.

In der aktuellen Ausgabe wirbt der "Stern" ausgerechnet mit diesem Foto für seinen neuen Internet-Amateurfotoservice Augenzeuge.de. Das Magazin ruft seine Leser auf, reichlich Selbstgeknipstes anzubieten. Schließlich seien die Hobbyfotografen mit ihren Kleinkameras und Knips-Handys inzwischen oft schneller als die Profis. Die Heftmacher versprechen: "Sie können an Ihren Schnappschüssen genauso viel verdienen wie Berufsfotografen." Wie sie verhindern wollen, sich einen Bären aufbinden zu lassen, schreiben sie allerdings nicht.

str/ddp

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