Obduktion Rätsel um Tod von Elch "Knutschi" bleibt ungelöst

Vor gut einem Monat wurde der Elchbulle "Knutschi" in Hessen tot aufgefunden. Die Ursache für sein Dahinscheiden wird wohl nie geklärt. Veterinär-Pathologen zufolge sind drei Gründe für den Tod des Tieres denkbar.

"Knutschi" im September: "Kein plötzlicher Tod"
dpa

"Knutschi" im September: "Kein plötzlicher Tod"


Gießen - Das Rätsel um den Tod des Elches "Knutschi" bleibt wohl für immer ungelöst. Auch die veterinärpathologischen Untersuchungen an der Universität Gießen brachten kein eindeutiges Ergebnis, wie der Direktor des Instituts für Veterinärpathologie, Manfred Reinacher, am Donnerstag erklärte.

"Knutschi" war am 14. September bei Sontra im Werra-Meißner-Kreis erstmals in Hessen gesehen worden. Vermutlich kam der Jungbulle aus Osteuropa und war zuvor durch Sachsen und Thüringen gewandert.

Weil der 320 Kilogramm schwere Bulle der Autobahn gefährlich nahe kam, war "Knutschi" Ende September betäubt und in den Reinhardswald bei Kassel gebracht worden. Wenige Tage später entdeckten Pilzsammler das tote Tier, das keine äußeren Verletzungen aufwies.

Rund dreieinhalb Wochen lang untersuchten die Gießener Veterinäre sowie fünf weitere Labore Organ- und Gewebeproben des zwei bis drei Jahre alten Tieres - konnten die Todesursache aber nicht eindeutig klären.

Ein möglicher Grund könnte sein, dass der Stress nach der Narkose zu einer Degeneration der Muskelfasern und schließlich auch zum Tod geführt haben, wie Reinacher erklärte. Allerdings fanden die Pathologen nur wenige degenerierte Fasern, die den Tod des Tieres nicht allein verursacht haben können.

"Sicher ist aber, dass es kein plötzlicher Tod war"

Außerdem entdeckten die Veterinäre blutige Schwellungen am Gaumen und an den Stimmbändern, die zu einer Behinderung der Atmung und damit ebenfalls zum Tod geführt haben könnten. Eine Ursache für diese Schwellung war nicht zu entdecken.

Der dritte mögliche Grund wäre eine Virusinfektion: Bei der Obduktion wurden Entzündungen in der Mundschleimhaut festgestellt - allerdings konnten keine Viren nachgewiesen werden.

Möglich sei auch ein Zusammenwirken der drei Befunde. "Ich kann nicht sagen, welche der möglichen Todesursachen die wahrscheinlichste ist", betonte Reinacher. "Sicher ist aber, dass es kein plötzlicher Tod war."

Er fügte hinzu, dass der Elch schon zwei Tage tot war, als er in Gießen eingeliefert wurde und die fortgeschrittene Verwesung die Obduktion erschwert habe.

siu/AP/dpa



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