Obduktionsbericht Haider hatte keine Überlebenschance

Der österreichische Rechtspolitiker Jörg Haider hatte nach seinem Autounfall keine Überlebenschance. Er erlitt mehrere jeweils tödliche Verletzungen, ergab die Obduktion. Die Staatsanwaltschaft wartet nun auf Untersuchungsergebnisse des Unfallautos.


Wien - "Er hat keinerlei Überlebenschance gehabt", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz. Bei Haider seien mehrere schwere Verletzungen festgestellt worden, von denen schon eine einzige zum sofortigen Tod geführt hätte. Haider sei auf der Stelle tot gewesen, heißt es in einem vorläufigen Obduktionsbericht.

Haider war in der Nacht zum Samstag mit seinem Dienstwagen im Süden von Klagenfurt von der Straße abgekommen und gegen einen Betonpfeiler geprallt. Der 58-jährige Landeshauptmann von Kärnten war auf dem Heimweg von einer Abendveranstaltung. Den ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge fuhr Haider schneller als erlaubt.

Das Unfallauto, ein Phaeton V6 mit Allradantrieb, wurde bei dem Crash schwer beschädigt. So seien beim Eintreffen der Rettungskräfte beide Vordertüren herausgerissen gewesen, in der Windschutzscheibe habe ein großes Loch geklafft. Die Staatsanwaltschaft warte nun noch auf das Ergebnis der technischen Untersuchung des Autowracks, sagte Kranz.

Haider war eine der umstrittensten Persönlichkeiten der österreichischen Politik. 1999 war seine damalige Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) aus den Parlamentswahlen als zweite Kraft hinter der konservativen ÖVP hervorgegangen und von ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel in eine Regierungskoalition geholt worden.

Haider selbst war im Kabinett nicht vertreten, da er wegen seiner Äußerungen zum Nationalsozialismus als untragbar galt. So hatte er Konzentrationslager als "Straflager" bezeichnet und von einer "ordentlichen Beschäftigungspolitik" des Dritten Reichs gesprochen. Bei den Parlamentswahlen Ende September erzielte Haiders neue Partei, das nach einem Zerwürfnis mit der FPÖ gegründete Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), einen Stimmenanteil von elf Prozent.

Lesen Sie in Teil 2 bis 7 - die umstrittenen Äußerungen von Jörg Haider:

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