Busunfall mit 18 Toten in Oberfranken "Eine Verkettung mehrerer tragischer Umstände"

Einen Monat nach dem tödlichen Busunfall in Oberfranken haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungsergebnisse vorgelegt. Demnach sollen mehrere Faktoren für das verheerende Unglück verantwortlich sein.

Polizei und Rettungskräfte am Unfallort auf der A9 in Oberfranken
DPA

Polizei und Rettungskräfte am Unfallort auf der A9 in Oberfranken


Ein Reisebus aus Sachsen verunglückt auf dem Weg nach Italien. An Bord sind 48 überwiegend ältere Menschen - 18 von ihnen sterben, als das Fahrzeug Anfang Juli nach einem Auffahrunfall auf der A9 in Brand gerät. Die Überlebenden tragen zum Teil schwere Verletzungen davon.

Wie konnte es zu dem Unfall kommen und wer war schuld daran? Auf diese Fragen versuchten Vertreter der Staatsanwaltschaft Hof und der Polizei eine Antwort zu geben.

Laut Staatsanwalt Jochen Götz handelt es sich um eine "Verkettung mehrerer tragischer Umstände". Demnach sei der Auffahrunfall einer "Unaufmerksamkeit des Fahrers" geschuldet. Der Bus sei mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 70 Kilometern in der Stunde unterwegs gewesen, als er auf den Anhänger eines Sattelzuges auffuhr. Der Fahrer habe noch versucht auszuweichen und wohl auch gebremst. Vergeblich.

Warum der Busfahrer unaufmerksam gewesen sei, sei in Nachhinein nicht zu klären und somit reine Spekulation, so die Ermittler.

Der Brand im Fahrzeug wurde Götz zufolge durch Kurzschlüsse bei der Batterie und der Elektrik im vorderen Bereich des Busses entfacht. Der Kraftstoff habe sich entzündet, der Bus innerhalb kürzester Zeit in Flammen gestanden. Das Einschlagen der Scheiben durch einige der Fahrgäste habe die Ausbreitung des Brandes wohl weiter beschleunigt, sagte Horst Thiemt von der Verkehrsinspektion Hof.

Die Ermittler schlossen aus, dass Bus oder Sattelschlepper bereits vor dem Zusammenstoß gebrannt haben könnten. Die Staatsanwaltschaft ermittle nicht gegen das Busunternehmen, sagte Götz.

Technische Mängel am Fahrzeug wurden ausgeschlossen.Der Bus war den Ermittlern zufolge Baujahr 2013 und im Januar 2014 erstmals zugelassen worden.

Im Video: Busunglück auf der A9

ala/dpa



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