Ölkatastrophe bei San Francisco Schwarzenegger ruft Notstand aus

Die Ölpest in der Bucht von San Francisco wegen eines Schiffsunfalls ist weit schlimmer als befürchtet. Mehrere Strände wurden geschlossen, Tausende Vögel sind bedroht. Gouverneur Schwarzenegger hat den Notstand ausgerufen.


San Francisco - Der Ölteppich ist vermutlich der größte in der Bucht von San Francisco seit 1988. Insgesamt 220.000 Liter Öl sind seit Mittwoch ausgelaufen, nachdem ein Containerschiff auf dem Weg von Kalifornien nach Südkorea aus noch ungeklärter Ursache bei dichtem Nebel einen Pfeiler der Bay Brigde streifte und leckschlug.

Mehrere verschmutzte Stadtstrände wurden geschlossen, Abschnitte entlang der Pazifikküste wurden abgesperrt. Mit schwimmenden Barrieren versuchten Hunderte Helfer, den Ölteppich einzudämmen. Spezialschiffe waren vor Ort, um den klebrigen Film abzusaugen.

Tausende Vögel und andere Tiere sind von dem schmierigen Öl bedroht. Nach Angaben von Küstenwache und Tierschützern sind bereits Dutzende verölte Vögel tot oder verletzt gefunden worden. Hunderttausende Meerestiere und Vögel seien von der Ölpest bedroht, hieß es. Die Auswirkungen könnten noch auf Monate und möglicherweise Jahre hinaus zu spüren sein, warnte die Biologin Tina Swanson.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat für die Bucht und angrenzende Gewässer und Strände den Notstand ausgerufen. Mit diesem Schritt sollten rasch zusätzliche Mittel für die Beseitigung der Ölverschmutzung bereitgestellt werden.

Zunächst hatte es geheißen, lediglich 530 Liter Öl seien ins Wasser geflossen. Örtliche Behörden erklären, sie seien erst nach mehr als zwölf Stunden nach dem Unglück informiert worden. Sie und Umweltschützer erhoben schwere Vorwürfe gegen die Küstenwache.

Eine Sprecherin von Bürgermeister Gavin Newsom erklärte, wenn die Behörden korrekt informiert worden wären, hätten sie anders auf das Unglück reagiert. Die Küstenwache wies die Vorwürfe zurück und erklärte, sie habe sofort und energisch gehandelt. Zu den Gründen, warum die Informationen verspätet weitergegeben wurden, äußerte sich Konteradmiral Craig Bone nicht.

Den Behörden zufolge entstand an der vom Frachter gerammten und viel befahrenen Bay-Bridge zwischen San Francisco und Oakland kein Schaden.

asc/dpa/AP



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