Tödliches Unglück in Tirol Pilot von Kleinflugzeug soll sich nicht an Route gehalten haben

Drei Menschen starben beim Absturz eines Kleinflugzeuges in den Tiroler Alpen. Möglicherweise kam es zu dem Unglück, weil der Pilot von der vorgegeben Route abwich.

Unglückstelle im Wettersteingebirge: Wegen der schwierigen Bedingungen im alpinen Gelände mussten die Einsatzkräfte laut Polizei mit Hubschraubern eingeflogen werden
Daniel Liebl /REUTERS

Unglückstelle im Wettersteingebirge: Wegen der schwierigen Bedingungen im alpinen Gelände mussten die Einsatzkräfte laut Polizei mit Hubschraubern eingeflogen werden


Warum zerschellte ein aus Deutschland stammendes Kleinflugzeug am Donnerstagabend an einer Felswand in Österreich? Medienberichten zufolge soll sich der Pilot der Maschine nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben.

"Er bekam vom Turm in Innsbruck die Freigabe für eine Route in Richtung Norden. Diese hätte er mit der vorgegebenen Flughöhe von 5500 Fuß (etwa 1700 Meter) problemlos bewältigen können", zitiert unter anderen die österreichische "Kronen Zeitung" Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde in Tirol. Doch das Flugzeug sei nach Westen abgedriftet und habe daher das knapp 3000 Meter hohe Wettersteingebirge nicht passieren können.

Zudem, so Hohenauer, sei der Flugzeugtyp "Cirrus SR22" bekannt dafür, dass er bei Turbulenzen sehr schwierig zu fliegen sei. "Durch die Winde hatte er zu wenig Leistung. Die Flughöhe war schließlich einfach zu gering." Der Pilot habe keine Möglichkeit gehabt, über das Gebirgsmassiv zu fliegen. Die Polizei bestätigte diese Darstellung bislang nicht.

Auf dem Weg von Norditalien nach Baden-Württemberg

Das Kleinflugzeug war am Donnerstag gegen 17.30 Uhr im Wettersteingebirge auf dem Gebiet der Gemeinde Leutasch abgestürzt. Bei dem Unglück in den Tiroler Alpen nahe der deutschen Grenze kamen drei Männer ums Leben. Sie stammten wohl alle aus Baden-Württemberg, teilte das dortige Innenministerium mit. Sie sollen 72, 57 und 56 Jahre alt gewesen sein. Ob es sich bei den Insassen tatsächlich um jene drei Männer handelt, könne nur ein DNA-Abgleich klären, sagte ein Polizeisprecher.

Die Maschine war im norditalienischen Montichiari unweit des Gardasees gestartet und sollte in Schwäbisch Hall landen. Sie zerschellte an einer rund 2300 Meter hoch gelegenen Felswand und brannte komplett aus. Auf den Bildern waren brennende Trümmerteile an einem Felsen zu sehen. Wegen der schwierigen Bedingungen im alpinen Gelände mussten die Einsatzkräfte laut Polizei mit Hubschraubern eingeflogen werden.

wit/dpa

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