Österreich Explosion bei einer Gasstation - ein Toter, mehrere Verletzte

Bei einer Gasstation in Österreich ist es zu einer Explosion gekommen. Ein Mensch kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

REUTERS

In Baumgarten an der March in Österreich hat sich an einer Gasstation eine Explosion ereignet. Dabei wurde ein Mensch getötet, wie die Polizei Niederösterreich via Twitter bestätigte. 21 Menschen seien verletzt worden, davon einer schwer. Er befinde sich außer Lebensgefahr.

Zu dem Todesopfer wollten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen. Es handle sich um den Arbeiter einer Fremdfirma, der aus Österreich stamme, hieß es. Einsatzkräfte erklärten, dass niemand außerhalb des Geländes verletzt wurde. Auch die Schäden beschränkten sich auf den Unglücksort. Dort wurden mehrere Gebäude und Fahrzeuge zerstört. Auf dem Gelände arbeiteten rund 50 Menschen.

An der Gasstation war es den Angaben zufolge gegen 8.45 Uhr zu einer Explosion gekommen. Diese löste einen Brand aus. Die Rauchwolke der gewaltigen Gasfackel war so groß, dass man sie noch im 30 Kilometer entfernten Wien sehen konnte.

Die Polizei geht davon aus, dass die Explosion auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist. Das Landeskriminalamt ermittelt. Ein Experte von Gas Connect führte die Explosion auf ein Problem im Bereich der Filteranlagen zurück.

Wie die Polizei Niederösterreich mitteilte, war die Lage wenige Stunden nach dem Vorfall wieder unter Kontrolle. Allerdings dauerte das Löschen der sechs Gebäude auf dem Gelände einige Stunden. 240 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Um dem möglichen Andrang von Schaulustigen vorzubeugen, wurde der Unglücksort in einem Kilometer Umkreis abgesperrt. Die Station ist vorerst außer Betrieb. "Die Anlage wurde im kontrollierten Zustand heruntergefahren", teilte der Betreiber mit. Die Gasleitungen seien unterbrochen, die Anlage befinde sich im Sicherheitsmodus.

Lieferengpässe nach Explosion

Die Station befindet sich in Niederösterreich an der Grenze zur Slowakei und zählt zu den wichtigsten Gas-Drehscheiben Mitteleuropas. Über sie werden vor allem Norditalien und Süddeutschland mit Erdgas versorgt. 2015 wurden über die betroffene Station 40 Milliarden Kubikmeter Gas weitergeleitet.

Das Unglück führte zu Engpässen bei der Gasversorgung im Süden und Südosten Europas, weil die Explosion den russischen Gasexport in diese Richtung empfindlich durcheinander gebracht hatte. Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden.

Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Vortag. In Italien sprach Wirtschaftsminister Carlo Calenda von einem "ernsthaften Problem".

Menschen in Deutschland müssten sich jedoch keine Sorgen machen, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Gas Connect. Die Leitung nach Westen sei bei der Explosion unversehrt geblieben, sagte er dem Radiosender Antenne Bayern. Auch für Österreich erwartet GasConnect bis auf weiteres keine Auswirkungen auf die Gaslieferungen.

An der Rohstoffbörse in London löste die Explosion einen starken Anstieg der Gaspreise aus. Der Preis für Gas mit Lieferung im Januar kletterte zunächst um etwa 20 Prozent auf bis zu 73,70 britischen Pence je British Thermal Unit - den höchsten Preis seit März 2013.

fok/dpa/AFP/Reuters

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