Nahe der Grenze zu Ungarn Zwei tote Geflüchtete in Kleinbus in Österreich gefunden

Soldaten in Österreich haben bei der Kontrolle eines Kleinbusses nahe der ungarischen Grenze knapp 30 Menschen auf engstem Raum eingepfercht vorgefunden. Zwei der Geflüchteten waren bereits tot. Der Schlepper entkam.
Polizisten untersuchen den Kleinbus, in dem zwei tote Geflüchtete gefunden wurden

Polizisten untersuchen den Kleinbus, in dem zwei tote Geflüchtete gefunden wurden

Foto: Robert Jaeger / dpa

In Österreich sind zwei Geflüchtete tot in einem Kleinbus entdeckt worden. Die beiden Männer dürften sich laut Polizei schon vor der Fahrt über die ungarische Grenze in einem schlechten körperlichen Zustand befunden haben, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

26 weitere Personen waren in dem Fahrzeug. Sie benötigten laut Polizei keine ärztliche Hilfe und wurden mit Wasser versorgt. »Wir konnten Schlimmeres verhindern«, meinte Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt. Soldaten des Bundesheeres hatten den Kleinbus angehalten und kontrolliert, weil es ihnen verdächtig vorgekommen war. Der Fahrer flüchtete.

Seit Anfang des Jahres 250 Menschenschmuggler verhaftet

Wie ein Polizeisprecher gegenüber der APA weiter erklärte, handle es sich bei den Flüchtlingen um Syrer und Kurden. Das Gebiet rund um die Grenzregion Siegendorfer Puszta wurde für die Fahndung weiträumig abgesperrt. Mit einem Polizeihubschrauber und Hunden wurde der Schlepper im Wald gesucht. Die Polizei ging davon aus, dass er bewaffnet sein könnte.

»Diese schreckliche Tat zeigt eines klar auf: Der Tod eines oder mehrerer Menschen wird von Schleppern bewusst in Kauf genommen«, sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer. Die Regierung in Wien hatte im Juli wegen zunehmender Ankünfte von Geflüchteten die Kontrollen an den östlichen und südlichen Landesgrenzen verstärkt. Nach Angaben der Polizei wurden seit Anfang des Jahres 250 Menschenschmuggler verhaftet.

Im August 2015 hatte der Erstickungstod von 71 in einen Lkw gepferchten Menschen in Österreich für internationale Empörung gesorgt. Die Opfer, darunter auch vier Kinder, stammten vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Fast vier Jahre später verurteilten ungarische Gerichte die Schleuser zu lebenslanger Haft.

kfr/dpa/AFP
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