Party-Schäden auf MS "Deutschland" Olympiasieger sollen Kreuzfahrtschiff demoliert haben

Zum Olympia-Abschluss gab es Gold für die deutsche Hockeymannschaft - und das feierten die Spieler ordentlich. Dabei wurde auf der MS "Deutschland" ein Deck derart ramponiert, dass das Kreuzfahrtschiff repariert werden muss. Die Reederei beziffert die Kosten auf 500.000 Euro.
Sportler auf der MS "Deutschland": Zünftige Fete zum Abschluss der Olympischen Spiele

Sportler auf der MS "Deutschland": Zünftige Fete zum Abschluss der Olympischen Spiele

Foto: Kai-Uwe Wärner/ dpa

Hamburg - Zurzeit schippert die MS "Deutschland" von Hamburg über die Ostsee nach Kiel. "Glanzlichter der Ostsee" heißt die Kreuzfahrt auf dem 175 Meter langen "Traumschiff", sie dauert 13 Tage. "Eine Reise, die keine Wünsche offen lässt", heißt es auf der offiziellen Website.

Zumindest auf dem "Lido-Deck" des Kreuzfahrtriesen müssen die Gäste jedoch Abstriche machen. Dort haben nämlich die deutschen Olympioniken nach dem Triumph der Hockeymannschaft eine rauschende Party gefeiert - und die hat Spuren hinterlassen: Flecken auf Polstern und Teppichböden, Schäden an Teakholz-Verkleidungen und an einer Glasscheibe.

Die Reederei will das ramponierte Deck ihres Vorzeigeschiffs so schnell wie möglich ausbessern lassen. Doch viele Arbeiten - zum Beispiel die Neuverlegung der Böden - seien im laufenden Betrieb nicht möglich, sagt Sprecherin Kornelia Kneissl. "Dadurch entstehen schnell hohe Kosten."

Die Party könnte nun für die Verantwortlichen richtig teuer werden. Die Reederei hat einen Kostenvoranschlag erstellt, der laut "Bild"-Zeitung rund 500.000 Euro umfasst. Mit bis zu 450.000 Euro der größte Kostenpunkt: die Ausfälle an den fünf bis sechs veranschlagten Arbeitstagen, in denen das Schiff nicht fahren kann. Die MS "Deutschland" ist laut Reederei in den kommenden Monaten ständig ausgebucht. Kneissl wollte die Höhe der Gesamtforderung weder bestätigen noch dementieren. Man habe die Kosten zusammengestellt, um allen Beteiligten die Chance zu geben, Versicherungen zu informieren, so die Sprecherin.

Wer überhaupt für die Schäden aufkommen muss - der Reiseveranstalter, der Party-Veranstalter oder die Hockeymannschaft - ist noch nicht klar.

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) sieht sich nicht in der Haftung. "Uns liegen weder konkrete Forderungen seitens der Reederei Peter Deilmann noch Berichte über Schäden vor. Und da wir nicht Veranstalter der Party waren, kann der Verband auch nicht haften", sagte der für Rechtsangelegenheiten zuständige Vizepräsident Remo Laschet. Immerhin seien nach dem Olympiasieg der DHB-Herren am 11. August mehr als 400 Gäste an Bord des Schiffes gewesen, darunter die eingeladenen 18 Hockey-Spieler und einige Mitglieder aus dem Betreuerstab.

Der DHB hatte damals zwar in einer ersten Reaktion erklärt, er wolle für entstandene Schäden aufkommen. Doch Präsident Stephan Abel (Köln) sagte nun, die Höhe des im Raum stehenden Schadens sei "völlig unverhältnismäßig".

Der Kapitän der MS "Deutschland" hatte die Schäden im Kasino des Schiffes zwei Tage nach dem Vorfall als "Kleinkram" abgetan: "Es war schon eine schöne Feier. Zum Schluss ist ein bisschen was kaputtgegangen, aber ich denke, das kann man verschmerzen."

hut/dpa/sid