Operation Raus Zustand stabil

Johannes Rau bleibt zwar nach der schweren Operation an der Bauchschlagader auf der Intensivstation. Der Zustand des Bundespräsidenten sei aber stabil, hieß es.


Johannes Rau
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Johannes Rau

Berlin/Essen - In der Universitätsklinik Essen ersetzte ein Chirurgenteam unter Leitung von Professor Christoph Broelsch die Bauchschlagader des Patienten. Unmittelbar nach dem Eingriff hatte es geheißen, die dreieinhalbstündige Operation sei "komplikationsfrei" verlaufen.

Bereits Anfang des Jahres behandelten Ärzte der Universitätsklinik Essen einen Aufsehen erregenden Fall: Sie heilten den Augenkrebs eines 18 Monate alten Jungen, dessen Eltern zunächst mit dem Baby aus Deutschland nach Zypern geflüchtet waren, weil sie aus religiösen Gründen eine Behandlung ablehnten.

Über den Zeitpunkt einer erneuten Operation Raus war seit langem spekuliert worden. 1992 war Rau die linke Niere entfernt worden. Eine Erweiterung der Bauchschlagader, ein so genanntes Aneurysma, ist nicht ungewöhnlich - kann unbehandelt jedoch zum Tode führen. In Deutschland haben schätzungsweise 200.000 Menschen diese Krankheit, oft ohne es zu wissen.

Während der Krankheit Raus ist Bundesratspräsident Kurt Biedenkopf (CDU) erster Mann im Staat. Die Vertretung ist in Artikel 57 Grundgesetz geregelt. Er gilt bei Krankheit, Urlaub, Staatsbesuch im Ausland, einer Präsidentenanklage vor dem Bundesverfassungsgericht, Tod oder Rücktritt. Üblicherweise wird während Abwesenheit des Bundespräsidenten nur unbedingt Notwendiges erledigt. Biedenkopf wird aber wahrscheinlich das Gesetz zur Zwangsarbeiterstiftung unterzeichnen, das am 14. Juli den Bundesrat passiert hatte.



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