Ordnungsamt prüft "Pinkelaffäre" Neuer Ärger für Ernst August

"In Hannover gilt gleiches Recht für alle", heißt es beim dortigen Ordnungsamt. Um das auch dem Prinzen von Hannover zu vermitteln, prüft die Stadt nun, ob gegen Ernst August wegen "öffentlichen Urinierens" ein Verfahren eingeleitet wird.


Ernst August von Hannover
AP

Ernst August von Hannover

Hannover - Die so genannte Pinkelaffäre von Prinz Ernst August von Hannover hat somit ein behördliches Nachspiel. Das öffentliche Urinieren sei nicht erlaubt und verstoße gegen die Straßen- und Grünanlagenordnung und das Ordnungswidrigkeitengesetz. "Das ist grob ungehöriges Verhalten", sagte der Leiter des Ordnungsamtes, Stephan Weil. Das Bußgeld, das dem Prinzen bei einem Verfahren droht, dürfte wie in den wenigen ähnlichen Fällen "unter 100 Mark liegen". "Öffentliches Urinieren kommt sicherlich häufig vor, wird aber selten bekannt", meinte Weil.

Das Ordnungsamt werde in jedem Fall die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Hannover abwarten, die ebenfalls gegen den Prinzen ermittle. Möglicherweise erübrige sich dann ein gesondertes Verfahren.

Im Streit um die "Pinkelaffäre" liegen Strafanzeigen der "Bild"-Zeitung gegen den Prinzen vor. Die Stadt Hannover wolle nach der Erklärung des Prinzen, er habe sich auf der Expo "erleichtert", deutlich machen, "dass in Hannover gleiches Recht für alle Bürger gilt", sagte Weil.

Prinz Ernst August hatte am Mittwoch in einer Zeitungsanzeige zugegeben, dass er sich während seines Besuches auf der Weltausstellung "erleichtert" hatte. Er bestritt jedoch, "gegen eine Wand des türkischen Pavillons" uriniert zu haben und warf der "Bild"-Zeitung eine falsche Darstellung der Geschehnisse vor.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.