Mecklenburg-Vorpommern Frau stirbt nach Bad in der Ostsee an Bakterieninfektion

Ein Bad in der Ostsee endete für eine ältere Frau in Mecklenburg-Vorpommern tödlich. Im Wasser hatte sie sich mit Vibrio-Bakterien infiziert, die in bestimmten Fällen zum Tod führen können.

Bei Wassertemperaturen ab 20 Grad kann das Baden für Menschen mit bestimmten Krankheiten gefährlich werden
Stefan Sauer/ AFP

Bei Wassertemperaturen ab 20 Grad kann das Baden für Menschen mit bestimmten Krankheiten gefährlich werden


Nach einem Bad in der Ostsee ist eine Frau in Mecklenburg-Vorpommern an einer gefährlichen Vibrionen-Infektion gestorben. Als immungeschwächte Person habe sie zur Risikogruppe gehört, sagte der Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS), Heiko Will.

Wo genau sich die Frau mit den Bakterien infiziert hatte , teilte das Amt aus Datenschutzgründen nicht mit. Den Zeitpunkt der Infektion gab Will mit dem 27. Juli an. Die Frau sei über 90 Jahre alt gewesen.

Laut Nachrichtenagentur dpa wurden bislang vier weitere Menschen registriert, die sich mit sogenannten Vibrionen infiziert hatten. Die Nachrichtenagentur AFP hingegen berichtete von fünf bekannten Fällen. LAGuS-Direktor Heiko Will warnte jedoch vor Panikmache. Seit 2003 habe es acht Todesfälle durch Vibrionen gegeben. Angesichts von Dutzenden Millionen Badegästen sei das Erkrankungsrisiko also extrem gering.

Die Vibrio-Bakterien können bei Menschen mit einer HIV-Erkrankung oder bestimmten chronischen Krankheiten tödliche Infektionen auslösen. Auch sehr alte Menschen, Leberkranke oder Alkoholabhängige sind besonders anfällig für die Keime. Weitere Risikofaktoren sind fortgeschrittene Nierenerkrankungen, Diabetes und offene Wunden.

"Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen vorhanden sind, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben", schreibt das LAGuS. Die Infektion verlaufe schnell und sei in vielen Fällen tödlich. Symptome seien Schüttelfrost, Durchfall und Fieber.

Verbreitung bei Temperaturen ab 20 Grad

Die Bakterien der Gattung Vibrio verbreiten sich vor allem in Salzwasser bei Temperaturen ab 20 Grad, bei niedrigeren Temperaturen befinden sie sich vorrangig im Meeresboden. Die Keime dringen über offene Wunden in den Körper ein und können schon nach kurzer Zeit schwere Wundinfektionen auslösen. Diese können sich anschließend auf andere Körperteile ausdehnen.

Eine zügige Therapie mit Antibiotika könne den Krankheitsverlauf stark mildern, sagte Will. Das LAGuS überprüft nun das Vorkommen der Bakterien in der Ostsee nach eigenen Angaben an weiteren Stellen.

cmb/dpa/AFP



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