Pädophilie-Vorwürfe Belgischer Palast nimmt König in Schutz

Majestätsbeleidigung oder begründeter Vorwurf? Das belgische Königshaus jedenfalls hat sich empört gegen die Behauptungen eines Autors gewandt, König Albert II. habe pädophile Neigungen.


Schwere Vorwürfe gegen Belgiens König Albert II.
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Schwere Vorwürfe gegen Belgiens König Albert II.

Brüssel - Das Buch des luxemburgischen Autors Jean Nicolas geht sogar noch weiter: Es rückt Albert II. in die Nähe von Kinderschändern. "Groteske Beschuldigungen" seien dies, hieß es in einer Erklärung des Palastes. "Es ist unverständlich, dass ein einst renommiertes Unternehmen wie das Verlagshaus Flammarion sich dazu herablässt, die Anschuldigungen sensationshungriger Fabulierer zu veröffentlichen", heißt es in der Mitteilung.

Die Beschuldigungen seien seit langem bekannt und hätten sich in intensiven Untersuchungen von Justiz, Parlament und Medien als haltlos erwiesen, erklärte der Palast, ohne den Namen des Autors zu erwähnen. Auch kritische Medien in Belgien hatten das Buch von Nicolas mit äußerster Distanz behandelt. Rezensionsexemplare oder Textauszüge hatten der Autor und der Pariser Verlag Flammarion zunächst nur nicht-belgischen Medien überlassen.

Das belgische Königshaus betonte in seiner Erklärung, die Pädophilie sei eines der übelsten Verbrechen, dem sich die Gesellschaft gegenüber sehe. Gerüchte schadeten dem Kampf gegen die grenzüberschreitenden Netze der Kinderschänder. Belgien spiele heute bereits eine führende Rolle im Kampf gegen Kindesmissbrauch und bei der Vorbeugung, erklärte der Palast.

Nach der Festnahme des Kinderschänders Marc Dutroux vor fünf Jahren hatte es in Belgien eine breite Bewegung gegen derartige Verbrechen gegeben. Der Hauptprozess gegen ihn hat allerdings immer noch nicht begonnen.



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