Urteil gegen minderjährigen Pakistaner Präsident setzt umstrittene Hinrichtung vorerst aus

Der 24-jährige Pakistaner Shafqat Hussain wird vorerst nicht hingerichtet. Der Präsident reagiert mit der Aussetzung der Todesstrafe auf internationale Proteste. Hussain war als 14-Jähriger verurteilt worden - nach tagelanger Folter.

Protest in Islamabad gegen die Hinrichtung: Geständnis unter Folter erzwungen
AFP

Protest in Islamabad gegen die Hinrichtung: Geständnis unter Folter erzwungen


Der pakistanische Präsident Mamnoon Hussain hat am späten Mittwochabend die bevorstehende Hinrichtung eines Mannes ausgesetzt, der als 14-Jähriger zum Tode verurteilt wurde. Das berichteten der Sender Geo TV und die englischsprachige Zeitung "Dawn". Die für Donnerstag vorgesehen Hinrichtung sei nunmehr auf unbestimmte Zeit verschoben worden, nachdem der Präsident eine Reihe von Anträgen auf Aufschub erhalten habe.

Der heute 24-Jährige Shafqat Hussain soll vor elf Jahren einen Siebenjährigen entführt und umgebracht haben. Doch einen Beweis für Hussains Täterschaft gibt es nicht. Einzig ein Geständnis liegt vor, das Hussain, der Analphabet, unbeholfen unterschrieb. Da hatte er neun Tage Folterhinter sich.

Amnesty International hatte die geplante Hinrichtung als illegal kritisiert. Nach pakistanischem Recht dürfen Geständnisse nicht erzwungen werden, Minderjährige zudem nicht hingerichtet werden.

In Pakistan galt sechs Jahre ein Moratorium auf die Todesstrafe. Premierminister Nawaz Sharif hatte es nach einem Taliban-Angriff auf eine Schule im Dezember zunächst für verurteilte Terroristen und vergangene Woche dann generell aufgehoben. Seitdem wurden Dutzende verurteilte Terroristen und Mörder gehängt.

sun/dpa



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