Dieser Weihnachtswerbespot darf nicht gesendet werden – weil er zu politisch ist

Also geht er stattdessen im Netz viral.
Von Korinna Kurze

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Die britische Supermarktkette "Iceland" hat einen Weihnachtswerbespot produziert – so wie es viele Unternehmen jedes Jahr zu den Feiertagen machen. Doch dieser Spot wird nicht ausgestrahlt werden: Er ist den Sendern zu politisch.

Worum geht es in dem Weihnachtswerbespot von Iceland?

So wie bei den meisten Werbespots, geht es auch in diesem hauptsächlich darum, Emotionen zu wecken: Dieses Mal Mitgefühl

Der Spot ist ein kurzer Zeichentrickfilm, in dem ein kleiner Orang-Utan durch das Zimmer eines kleinen Mädchens klettert und großes Chaos anrichtet. Dazu hören wir die Gedanken des Mädchens in Reimform: "Da ist ein Orang-Utan in meinem Zimmer und ich weiß nicht, was ich tun soll." Das Mädchen beobachtet den kleinen Affen eine Weile und sagt ihm schließlich, dass er gehen soll. Aber bevor er geht, soll er ihr noch sagen, warum er überhaupt in ihrem Zimmer war. 

Und der Affe antwortet: "Da ist ein Mensch in meinem Wald und ich weiß nicht, was ich tun soll." Der Affe erzählt, dass der Mensch seine Heimat zerstört, um an Palmöl für Essen und Shampoo zu kommen. Dass ihm seine Mutter schon genommen wurde und er Angst hat, selbst auch zu verschwinden. "Darum dachte ich, ich bleibe bei dir", sagt der Affe schließlich traurig zum Mädchen.

Das Mädchen sagt dann zum Affen, dass sie sich dafür einsetzen wird, dass die Zerstörung des Waldes aufhört und dass sie seine Geschichte teilen wird, damit auch andere sich dafür einsetzen.

Der Spot wird gesprochen von Schauspielerin Emma Thompson und wurde von Greenpeace produziert (Telegraph ).

Hier kannst du dir den Weihnachtswerbespot selbst ansehen:

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Und warum wird der Spot nicht ausgestrahlt?

Das Thema Palmöl beschäftigt die Supermarktkette "Iceland" schon länger: Im Frühjahr 2018 hatte sie schon für Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie ankündigte, Palmöl aus allen Eigenprodukten verbannen zu wollen. 

"Clearcast", die britische Behörde, die Werbespots für die Ausstrahlung im Fernsehen oder Video on Demand genehmigen muss, teilte mit, sie sei "besorgt", dass der Werbespot gegen ein Gesetz verstößt, das politische Werbung regelt. Greenpeace habe "die Einhaltung der Vorschriften in diesem Bereich noch nicht nachgewiesen".

Auch wenn der Spot im britischen Fernsehen wohl nicht zu sehen sein wird, wird er nun weltweit über Social Media geteilt. 

Der Tweet, in dem "Iceland" dazu aufruft, das Video zu verbreiten, wurde schon über 90.000 mal geteilt. Der Facebook-Post sogar schon fast 590.000 mal. 

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Dieses Video eines Orang Utans, der gegen einen Bagger kämpft, treibt dir Tränen in die Augen:

bento
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