EU will endlich Palmöl in Treibstoffen verbieten

Das wurde mal eben um 4 Uhr morgens beschlossen.

Dieser Beitrag wurde am 15.06.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Die Europäische Union geht endlich den Klimaschutz an. Und hat sich selbst neue Ziele für das Jahr 2030 gesteckt: Statt 27 Prozent soll Ökoenergie dann bereits 32 Prozent des gesamten Bedarfs decken. Und der Ausstoß von Kohlendioxid um mindestens 40 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen. 

Ein weiterer großer Erfolg der EU-Verhandlungen: Die Förderung von Palmöl soll endlich auslaufen.

Auf dieses Umweltpaket einigten sich Unterhändler von Europaparlament und EU-Kommission bereits mitten in der Nacht zum Donnerstag. (Hier kannst du die Ergebnisse einsehen )

Palmöl ist einer der schädlichsten Stoffe unserer Zeit – durch seinen Anbau.

In fast jedem Fertigprodukt, von der Tütensuppe bis zum Schokoriegel, ist das Öl enthalten. Es steckt auch in Putz- und Waschmitteln, Kosmetik und Kerzen, Farben und Lacken. 2015 wurden weltweit 60 Millionen Tonnen davon in der Industrie verwendet.

Um Ölpalmen anzubauen, werden ganze Wälder gerodet, vor allem in Indonesien

Manche Schätzungen gehen von zerstörten Regenwäldern in der Größe eines halben Fußballfeldes pro Sekunde aus. Die Anbauflächen für das Öl haben sich seit 1990 verzehnfacht. (Zeit )

Das zerstört Lebensraum – und verstärkt den Klimawandel: Durch die Waldbrände ist das Land zum drittgrößten CO2-Produzenten der Welt geworden. (SPIEGEL ONLINE)

Hier kämpft ein Orang-Utan verzweifelt gegen Bagger, die seinen Wald für Palmöl roden:

bento

Im EU-Klimaschutzpaket sollen nun Biokraftstoffe weiter gefördert werden – aber nur jene ohne Palmöl.

  • Das ist wichtig: In Deutschland werden jährlich 1,8 Millionen Tonnen Palmöl verbraucht. 40 Prozent davon allein für Biodiesel. (WirtschaftsWoche )

So sieht die Frucht der Ölpalme aus:

Allerdings kritisieren Umweltschützer, dass es bis 2030 noch lange hin ist. Sie hätten sich ein rascheres Verbot von Palmöl gewünscht. 

"Viel mehr Ehrgeiz ist nötig", um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, erklärte das Climate Action Network in Brüssel. Und Greenpeace sagte ebenfalls, das 32-Prozent-Ziel greife viel zu kurz. 


Mit Material von dpa

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