Papst-Auftritt
Tierschützer protestieren gegen Benedikts Mütze
Der Griff in den Modefundus des Vatikans hat Papst Benedikt XVI. öffentlichen Ärger beschert. Wegen der Kälte hatte der Pontifex auf der Fahrt zur Generalaudienz das Kamauro, eine traditionelle Hermelinmütze, getragen. Umgehend beschwerten sich Tierschützer über die pelzige Kopfbedeckung.
Bonn - Die Organisation Europäischer Tier- und Naturschutz (ETN) forderte heute in Bonn, der Papst solle "auf Pelzkleidung verzichten und sich von den tierquälerischen Haltungsmethoden der Pelzindustrie distanzieren". ETN-Geschäftsführer Norbert Günster sagte: "Niemand will, dass der Papst friert. Dafür muss er aber keine mittelalterliche Kopfbedeckung tragen, an der das Blut unschuldiger Tiere klebt."
Gestern hatte Benedikt XVI. Tausende Gläubige mit seinem Weihnachtsoutfit überrascht. Wegen der winterlichen Kälte hatte er auf der Fahrt zur letzten Generalaudienz vor Weihnachten das Kamauro getragen, eine Kappe aus rotem Samt und weißem Hermelin. Mit dem Tragen der Kopfbedeckung und des roten Mantels hatte der Kirchenfürst bei Betrachtern Assoziationen an den Weihnachtsmann geweckt.
Es war das erste Mal seit über 40 Jahren, dass sich ein Papst wieder mit dem Kamauro in der Öffentlichkeit zeigte. Zuletzt hatte Papst Johannes XXIII. in seiner von 1958 bis 1963 dauernden Amtszeit ein Kamauro getragen. Johannes XXIII. soll die Mütze sogar so sehr geliebt haben, dass er sich mit dieser nicht liturgischen Kopfbedeckung bestatten ließ.