Ende der Amtszeit um 20 Uhr So läuft Benedikts letzter Tag als Papst

Heute Abend um 20 Uhr ist das Pontifikat von Benedikt XVI. Geschichte. Seinen letzten Tag im Amt will der Papst dazu nutzen, sich von geistlichen Würdenträgern zu verabschieden. Dann fliegt er in die päpstliche Residenz Castel Gandolfo.

Benedikt XVI. (am 27. Februar): Ab 20 Uhr kein Papst mehr
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Benedikt XVI. (am 27. Februar): Ab 20 Uhr kein Papst mehr


Rom - Seit fast acht Jahren ist Benedikt XVI. Papst - nun laufen die letzten Stunden seiner Amtszeit. Um genau 20 Uhr wird der am 11. Februar angekündigte Rücktritt wirksam - dann beginnt die Zeit der sogenannten Sedisvakanz ("leerer Stuhl Petri"). Für den 85-Jährigen soll der Donnerstag ein normaler Arbeitstag werden. Am späten Vormittag verabschiedet sich Benedikt XVI. noch von den in Rom anwesenden Kardinälen. Darunter sind bereits viele Würdenträger, die angereist sind, weil sie im März einen neuen Papst wählen müssen.

Gegen 17 Uhr wird der Papst mit dem Hubschrauber zur päpstlichen Residenz Castel Gandolfo südlich von Rom geflogen. Dort wird er in den nächsten beiden Monaten als emeritierter Papst wohnen. Danach zieht er in ein Kloster in den Vatikanischen Gärten, das für ihn hergerichtet wird. In Castel Gandolfo ist am frühen Abend Benedikts letzter öffentlicher Akt geplant: ein Gruß an die Gläubigen von der Loggia des Palastes aus.

In Deutschland werden abends in vielen katholischen Kirchen die Glocken läuten. Außerdem gibt es Dankgottesdienste, darunter einen zentralen in der Kathedrale St. Hedwig in Berlin, zu dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet wird.

Offiziell wird die Kirche während der Sedisvakanz vom Kardinalskollegium, also letztlich allen 208 derzeit lebenden Kardinälen, geleitet. Viel zu sagen haben sie allerdings nicht. Lediglich allgemeine Aufgaben und Entscheidungen, die keinen Aufschub dulden, dürfen sie anpacken. Von Päpsten erlassene Gesetze dürfen nicht korrigiert oder abgeändert werden. Dies gilt auch für das Regularium zur Papstwahl, die das Kardinalskollegium vorzubereiten hat.

Einfache Katholiken sind während der Sedisvakanz angehalten, für eine rasche, einmütige und segensreiche Wahl des neuen Papstes zu beten. Der Vatikan geht davon aus, dass dies auf den März beschränkt sein wird. Bis spätestens zum 20. März, aller Voraussicht nach aber wesentlich früher, soll das Konklave aus nach jüngstem Stand 115 Kardinälen unter 80 Jahren zur Papstwahl zusammentreten. Bis Ostern soll der neue Papst feststehen.

Bei seinem bewegenden letzten öffentlichen Auftritt auf dem Petersplatz in Rom hatte sich Benedikt XVI. am Mittwoch von etwa 150.000 Gläubigen und Touristen verabschiedet. Er dankte in der Generalaudienz allen und sprach von schwierigen Augenblicken in seinem von Krisen geprägten Pontifikat. Benedikt XVI. ist der erste Papst der Neuzeit, der von seinem Amt zurücktritt.

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Letzte Audienz von Papst Benedikt XVI: Abschied auf dem Petersplatz

ulz/dpa/AFP



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katanikolaon 28.02.2013
1. sedisvakanz
allerorts zu lesen ist: "sedisvakanz" bedeute auf deutsch, dass der stuhl petri leer sei. - so ein quatsch. dies bisschen latein darf man doch noch erwarten. oder zumindest eine wikipedia-anfrage. dieser ausdruck heißt nur, dass ein stuhl frei ist - mehr zunächst nicht. richtig ist aber auch, dass er gerne benutzt wird, wenn ein wichtiger stuhl, wie ein bischofsstuhl oder auf der stuhl petri, frei ist. auf keinen fall dagegen kann sedisvakanz unvermittelt mit "leerer stuhl petri" übersetzt werden. ... "mein rechter, rechter platz ist frei, ich wünsche mir xy herbei", dieses harmlose kinderspiel kennt auch eine sedisvakanz!
dbong 28.02.2013
2. Seufz
...ein herrlicher Gedanke, dass der Papst heute abend schon in Castel G. ein dezentes Abendmahl zu sich nimmt und vielleicht sogar ein Blatt mehrlagiges, extraweiches, von meinen Kirchensteuergroschen mit-finanziertes Blatt Toiellettenpapier gereicht bekommt.
oliver71 28.02.2013
3. Benedikt geht und alles geht weiter wie bisher
Ich persönlich kann nicht erkennen wofür man Benedikt danken soll. Er hat das gemacht was er von Anfang an vorhatte als er in sein erstes Kirchenamt eintrat nämlich Karriere. Das er ist bis zum Papst gebracht hat Respekt. Dafür muss man nicht berufen sein sondern unglaublich ehrgeizig. Die erzkonservativen Katholiken können dem Papst danken, dass in seinen acht Jahren alles beim alten geblieben ist. Weltfremde alte Männer geben hunderten Millionen Gläubigen vor wie sie ihr Leben zu leben haben. Diskriminierung der Frauen, Vertuschung, Dekadenz wie seit Jahrhunderten dafür steht die Katholische Kirche. Homosexualität ist zwar unter den katholischen Geistlichen weit verbreitet sagen darf das aber Niemand. Auch die Aufarbeitung und das Verhindern von Kinderschändung durch katholische Geistliche wird von der Kirche nur soweit vorangetrieben wie man unbedingt muss um die Gläubigen für dumm zu verkaufen. Gut man begeht keine Morde mehr in Jesu Namen. Aber nicht weil man nicht möchte sondern weil man diese nicht mehr kann. Und wenn man jemanden der katholisch erzogen wurde auf solche Themen anspricht kommt oft nicht mehr als das dies alles nicht der Wahrheit entspreche und nur erfunden wurde um der Kirche zu schaden. Aber gut wenn die Gehirnwäsche schon in der Kindheit beginnt ist das halt so. Sich selbst einzugestehen, dass alles woran man sein ganzes Leben glaubte nur Lug und Trug ist, kann einem aber auch fast zur Verzweiflung bringen. Aber so ist dies in jeder gut organisierten Sekte gehört man selbst dazu ist das Erkennen der Wahrheit fast unmöglich. Aber so langsam bröckelt der Putz von Petersdom und die Menschen erkennen die wahre Natur der Kirche…
patrikk 28.02.2013
4. Wen interessiert das...
Wir haben andere Probleme als diesen alten verrückten Mann, der im gestern lebt. Wie wäre es z.B. mit Aufklärung von Missbrauchsfällen?
KingTut 28.02.2013
5. Abschied und Neuanfang
Zitat von sysopDPAAm Abend ist das Pontifikat von Benedikt XVI. Geschichte. Seinen letzten Tag im Amt will der Papst dazu nutzen, sich von geistlichen Würdenträgern zu verabschieden - und dann in die päpstliche Residenz Castel Gandolfo zu fliegen. http://www.spiegel.de/panorama/papst-benedikt-xvi-letzter-amtstag-ist-angebrochen-a-886046.html
Bei dem Gedanken, dass der deutsche Papst abtritt, überkommt mich einerseits Wehmut, aber auch Stolz darauf, dass Deutschland nach Jahrhunderten wieder einen Papst stellen durfte. Ich hoffe, dass der Heilige Vater seinen künftiges Dasein in der von ihm gewünschten Ruhe und Abgeschiedenheit verbringen kann. Wann immer sich eine Tür schließt, öffnet sich ein andere. Deshalb sehe ich in dem Rücktritt auch eine Chance für die RKK. Es wäre eine symbolträchtige Entscheidung, wenn aus dem Konklave ein Papst aus der Dritten Welt hervorginge. Die Zeit dafür ist reif.
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