+++ Minutenprotokoll +++ Die Stunden nach dem Papst-Rücktritt

Papst Benedikt XVI. tritt zurück, er will sich in ein Kloster zurückziehen. Geistliche und weltliche Führer zollen ihm Respekt und würdigen seine Lebensleistung. Die Nachfolgedebatte ist bereits entbrannt. Lesen Sie die Ereignisse des Tages nach im Minutenprotokoll.
Papst Benedikt XVI.: Rücktritt am 28. Februar

Papst Benedikt XVI.: Rücktritt am 28. Februar

Foto: Claudio Peri/ dpa

+++ Islamischer Dachverband würdigt Papst +++

[15.58 Uhr] Nach Einschätzung des größten islamischen Dachverbands in Deutschland ist Papst Benedikt XVI. ein Förderer des Dialogs unter den Religionen. "Das interreligiöse Gespräch war ihm ein Anliegen und so hat er zu verschiedenen Anlässen dessen Bedeutung ausdrücklich betont", teilte die türkisch-islamische Union mit. Der Papst habe beim Weltjugendtag in Köln 2005 und 2011 in Berlin Gespräche mit Vertretern von Ditib und anderen Muslimen geführt. Für ihn seien Muslime selbstverständlich Teil der deutschen Gesellschaft.

+++ Wiener Erzbischof zeigt sich "sehr betroffen" +++

[15.48 Uhr] Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat sich über die Rücktrittsankündigung des Papstes sehr berührt gezeigt. "Das macht mich sehr betroffen", sagte Schönborn in einem ORF-Interview. Vergangenen Donnerstag hatte Schönborn eine Audienz beim Papst besucht: "Er war geistig frisch und wach. Es gab keine Andeutung von einer solchen Entscheidung."

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Papst-Rücktritt: Von Joseph Ratzinger zu Benedikt XVI.

Foto: TONY GENTILE/ Reuters

+++ Glück: Rücktritt kein Ausdruck von Resignation +++

[15.37 Uhr] Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat dem Papst für den angekündigten Rückzug vom Amt Respekt gezollt. "In seiner Verantwortung für die Kirche ist Benedikt XVI. zu diesem Ergebnis gekommen", sagte der ZdK-Präsident Alois Glück. Joseph Ratzinger stelle damit sicher, "dass der Papst handlungsfähig ist und kein Vakuum entsteht". Der Rücktritt sei kein Ausdruck von Resignation, sondern habe allein gesundheitliche Gründe.

"Alle, die dem Heiligen Vater in letzter Zeit begegnet sind, haben berichtet, dass es ihm gesundheitlich nicht mehr gutgeht", sagte Glück. Er war am vergangenen Samstag von einer Rom-Reise zurückgekehrt. "Benedikt ist als geistliche und moralische Autorität weltweit anerkannt." Das ZdK ist mit rund 230 Mitgliedern das oberste Gremium der Laien in der katholischen Kirche in Deutschland.

+++ Zollitsch rechnet mit intensiver Nachfolgedebatte +++

[15.22 Uhr] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, rechnet nach der Rücktrittsankündigung des Papstes mit einer intensiven Nachfolgedebatte. "Es wird spannend werden", sagte Zollitsch. "Ich sehe keinen Kardinal, der ein geborener Nachfolger wäre." Die Wahl eines neuen Papstes werde im Zeichen der Internationalisierung der katholischen Kirche stehen. "Die Frage, ob ein künftiger Papst aus Lateinamerika kommen sollte, wird eine gewichtige Rolle spielen."

+++ New Yorker Bischof: "So erstaunt wie der Rest von euch" +++

[15.16 Uhr] Der Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, hat sich erstaunt über den Rücktritt des Papstes geäußert. "Ich bin so erstaunt wie der Rest von euch und genauso erpicht darauf herauszufinden, was genau los ist", sagte Dolan dem TV-Sender NBC. Er fühle sich Papst Benedikt XVI. persönlich sehr verbunden, da er ihn zum Erzbischof von New York gemacht habe. "Ich trage den Ring, den er mir gegeben hat, das Kreuz, das er mir gegeben hat, daher fühle ich eine besondere Verbundenheit zu ihm."

+++ Gauck würdigt Entscheidung des Papstes +++

[15.02 Uhr] Bundespräsident Gauck hat in einer kurzen Erklärung die Rücktrittsankündigung des Papstes als Akt großen Mutes und der Selbstreflexion gewürdigt. "Beides findet meinen außerordentlichen Respekt", sagte Gauck. Der Glaube, die Weisheit und menschliche Bescheidenheit des Papstes hätten ihn tief beeindruckt. Er wünsche Benedikt XVI. einen erfüllten und gesegneten Lebensabend.

+++ Warschauer Kardinal Nycz: "Kirche in gute Richtung geführt" +++

[14.57 Uhr] Der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz hat die Rücktrittsankündigung bedauert. "Das ist sehr schade", sagte der sichtlich überraschte Bischof. "Benedikt XVI. ist ein Papst, der intellektuell und als Geistlicher viel aufweist und die Kirche in eine gute Richtung geführt hat."

+++ Cameron: Millionen werden Papst als spirituelle Leitfigur vermissen +++

[14.50 Uhr] Nach Ansicht des britischen Premierministers David Cameron wird Benedikt XVI. von "Millionen Menschen als spirituelle Leitfigur vermisst werden". Cameron würdigte die Bemühungen des Papstes um die Stärkung der Beziehungen zu Großbritannien. An den Besuch des Papstes 2010 erinnere sich das Land mit "großem Respekt und Zuneigung". Es war der erste Staatsbesuch eines Papstes seit der Abspaltung der anglikanischen Kirche unter König Heinrich VIII. im Jahr 1534.

+++ Papst geht nach Ende seiner Amtszeit in Kloster +++

[14.48 Uhr] Papst Benedikt XVI. wird nach dem Ende seiner Amtszeit in ein Kloster im Vatikan umziehen. Zuvor müssten allerdings Umbauarbeiten abgeschlossen werde, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Dort wolle Benedikt ein Leben in Gebet und Meditation führen. Für die Übergangszeit werde er in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom wohnen.

+++ Buchmacher: Gute Chancen für Kandidaten aus Afrika oder Kanada +++

[14.37 Uhr] Erste Mutmaßungen über den möglichen Nachfolger: Bei den britischen Buchmachern haben Kandidaten aus Afrika, Italien oder Kanada besonders gute Quoten, wie Agipro News, die italienische Nachrichtenagentur für Spiele und Wetten, berichtet. Demnach zeichnet sich ein enges Rennen zwischen dem nigerianischen Kardinal Francis Arinze, dem Ghanaer Peter Turkson und dem Kanadier Marc Ouellet ab.

Von den italienischen geistlichen Würdenträgern hat Erzbischof Angelo Scola den Buchmachern zufolge gute Chancen, gefolgt von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, dem Zweithöchsten in der katholischen Kirchenhierarchie. Wetten werden auch über den Namen des nächsten Papstes abgeschlossen: Besonders gute Chancen haben Peter, Pius, Johannes Paul und - Benedikt.

+++ Uni Regensburg würdigt ehemaligen Dogmatik-Professor +++

[14.29 Uhr] Die Universität Regensburg hat ihren ehemaligen Dogmatik- Professor, Papst Benedikt XVI., als einen hoch angesehenen Wissenschaftler gewürdigt. "Er hat die theologische Fakultät durch seine Tätigkeit erheblich aufgewertet", sagte der Kanzler der Uni, Christian Blomeyer. In Regensburg war Joseph Ratzinger von 1969 bis 1977 Dogmatik-Professor, zuletzt war der heutige Papst damals auch Vizepräsident der Hochschule. Bis heute wird der Pontifex als Honorarprofessor der Hochschule geführt.

+++ Oberhaupt der anglikanischen Kirche würdigt Benedikt XVI. +++

[14.25 Uhr] Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und geistiges Oberhaupt der anglikanischen Kirche, hat sich zur Rücktrittsankündigung von Benedikt XVI. geäußert. Er sei traurig, verstehe die Entscheidung aber. Der Papst habe sein Amt mit großer Würde, Einsicht und mit großem Mut ausgeübt.

+++ Merkel: Papst "einer der bedeutendsten religiösen Denker" +++

[14.15 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Papst Benedikt XVI. für seine Arbeit als Kirchenoberhaupt gedankt. Seiner Rücktrittsentscheidung zollte sie "allerhöchsten Respekt". Benedikt XVI. "ist und bleibt einer der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit", sagte Merkel. Wenn er zu schwach sei, um seine Aufgaben zu erfüllen, müsse das respektiert werden.

"In unserem Zeitalter immer längeren Lebens werden viele Menschen nachvollziehen können, wie sich auch der Papst mit den Bürden des Alterns auseinandersetzen muss", sagte die Kanzlerin. Merkel würdigte, dass Benedikt XVI. den Dialog der Kirchen gefördert sowie Juden und Muslimen die Hand gereicht habe. Seine Rede vor dem Deutschen Bundestag im Jahr 2011 sei eine Sternstunde des Parlaments gewesen.

+++ Küng nennt Rücktritt "aus vielen Gründen verständlich" +++

[14.07 Uhr] Der Theologe und Papst-Kritiker Hans Küng hat Benedikt XVI. für seinen Rücktritt Respekt gezollt. Dieser Schritt sei "aus vielen Gründen verständlich", sagte Küng. "Zu hoffen ist aber, dass Ratzinger nicht Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nimmt", betonte der 84-Jährige. Benedikt XVI. habe in seiner Amtszeit so viele Konservative Kardinäle berufen, dass unter ihnen kaum eine Person zu finden sei, "die die Kirche aus ihrer vielschichtigen Krise herausführen könnte".

+++ Beck: Pontifikat von Benedikt XVI. "verpasste Chance" +++

[13:59 Uhr] Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, findet kritische Worte für den deutschen Papst. "Das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. war eine verpasste Chance", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. "Unter ihm ist die katholische Kirche teilweise wieder hinter Erneuerungen durch das zweite vatikanische Konzil zurückgefallen, beispielsweise durch die Aufhebung der Exkommunikation der antisemitisch-ausgerichteten Piusbruderschaft."

Auch die Worte des Papstes gegen Homosexuelle seien ein Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat, auf die Menschenrechte und eine humanistisch orientierte Werteordnung gewesen. "Von seinem Nachfolger erwarten wir, dass er sich seiner Verantwortung im Umgang mit Juden, Muslimen, Homosexuellen und Frauen bewusst ist und Gesellschaften hier nicht mehr spaltet, sondern eint."

+++ Israels Oberrabbiner lobt Verdienste des Papstes +++

[13.51 Uhr] Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat die Verdienste von Benedikt XVI. im Dialog zwischen den großen Religionen gewürdigt. "Während seiner Amtszeit gab es die besten Beziehungen zwischen der Kirche und dem Oberrabbinat. Wir hoffen, dass sich das fortsetzt", sagte ein Sprecher Metzgers. "Er verdient ein hohes Ansehen für den Ausbau der interreligiösen Verbindungen zwischen Judentum, Christentum und Islam." Metzger wünschte dem Papst "viel Gesundheit und ein langes Leben".

+++ Papst wollte möglicherweise Strapazen an Ostern vermeiden +++

[13.42 Uhr] Möglicherweise wollte der Papst mit seinem Rücktritt am 28. Februar die strapaziösen Verpflichtungen an den Osterfeiertagen umgehen. Das sagte ein Vatikan-Sprecher. Der Rücktritt sei wegen altersbedingter Erscheinungen erfolgt, aber nicht wegen einer spezifischen Krankheit. Die Entscheidung für den Rücktritt habe der Papst allein getroffen, von außen habe es keinen Druck gegeben. Bis zu seinem Rücktritt am 28. Februar werde er alle vereinbarten Termine und öffentlichen Auftritte wahrnehmen.

+++ Bundespräsident Gauck äußert sich um 15 Uhr +++

[13.36 Uhr] Das Bundespräsidialamt hat eine Erklärung von Bundespräsident Joachim Gauck zum Rücktritt des Papstes angekündigt. Gauck werde sich um 15 Uhr in Schloss Bellevue äußern, hieß es.

+++ Seehofer bedauert Rücktritt "zutiefst" +++

[13.34 Uhr] Der Papst wurde in Bayern geboren. Horst Seehofer, Ministerpräsident des Freistaats, hat mit Bedauern auf die Rücktrittsankündigung reagiert. Die Entscheidung verdiene "größten Respekt, auch wenn ich sie persönlich zutiefst bedauere", sagte Seehofer. "Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem unermüdlichen Einsatz für das Wohl der Kirche hat der Papst aus Bayern die Menschen in aller Welt begeistert". Deutschland und Bayern hätten Benedikt XVI. "unendlich viel zu verdanken".

+++ Hollande bezeichnet Rücktritt als "höchst achtbaren" Schritt +++

[13.31 Uhr] Frankreichs Staatschef François Hollande hat den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. als "höchst achtbaren" Schritt bezeichnet. Frankreich würdige "den Papst, der eine solche Entscheidung trifft", sagte Hollande.

Sprecher schließt Depression als Rücktrittsgrund aus


+++ Sprecher schließt Depression als Rücktrittsgrund aus +++

[13.25 Uhr] Papst Benedikt XVI. habe bei seiner Rücktrittsentscheidung großen Mut bewiesen, sagt ein Sprecher des Vatikan. Viele im Vatikan könnten den Schritt noch nicht fassen. Depression oder Unsicherheit schloss der Sprecher als Gründe für die Amtsaufgabe aus. Dennoch sei sich der Papst der großen Probleme, die die Kirche bewältigen müsse, bewusst.

+++ Zollitsch kündigt Statement für 15 Uhr an +++

[13.18 Uhr] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, wird am Nachmittag ein Statement zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI. abgeben. Die Erklärung ist für 15.00 Uhr angekündigt.

+++ Papst will sich in Sommerresidenz zurückziehen +++

[13.15 Uhr] Nach seinem Rücktritt wird sich Benedikt XVI. in die päpstliche Sommerresidenz nahe Rom zurückziehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Vatikan-Sprecher. Danach sei ein Umzug in eine abgeschiedene Residenz im Vatikan geplant.

+++ "Er ist Theologe und ein edler Mensch" +++

[13.12 Uhr] Für den Theologen Max Seckler, langjähriger Kollege und Freund von Joseph Ratzinger, ist der Rücktritt ein Zeichen von Größe. "Er stärkt damit die Auffassung, dass ein Papst aufhören soll, wenn es ihm die Gesundheit gebietet", sagte der Tübinger Theologe. "Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt." Man könne sich schwer vorstellen, welche Intrigen es in Rom gebe, mit denen sich Benedikt XVI. herumschlagen müsse. "Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch."

+++ Vatikan-Sprecher: Nachfolger wird vor Ostern gewählt +++

[13.05 Uhr] Ein Sprecher im Vatikan hat mitgeteilt, Benedikt XVI. werde nicht am Konklave zur Wahl seines Nachfolgers teilnehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dem Sprecher zufolge wird damit gerechnet, dass spätestens Ende März ein neuer Papst gewählt sein wird - vor Ostern.

+++ Italiens Ministerpräsident ist "erschüttert" +++

[13.01 Uhr] Der italienische Ministerpräsident Mario Monti zeigt sich tief bewegt von der Ankündigung des Papstes. "Ich bin erschüttert von dieser unerwarteten Nachricht", sagte Monti.

+++ Merkels Statement für 14.30 Uhr angekündigt +++

[12.50 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich am Nachmittag zur Rückantrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. äußern. Um 14.30 Uhr gibt sie im Bundeskanzleramt eine Erklärung ab.

+++ Bruder: Wusste seit Monaten von Rücktrittsplänen +++

[12.35 Uhr] Georg Ratzinger, Bruder des Papstes, nennt den Rücktritt vom Amt des katholischen Kirchenoberhaupts einen "natürlichen Vorgang". "Mein Bruder wünscht sich im Alter mehr Ruhe." Georg Ratzinger war nach eigener Aussage in die Rücktrittspläne eingeweiht. Er habe seit Monaten von den Rücktrittsplänen des Papstes gewusst

+++ Merkel will sich noch am Montag äußern +++

[12.24 Uhr] Die Bundesregierung spricht Benedikt XVI. ihren Respekt für seine Rücktrittsentscheidung aus. Als Christ und zumal als Katholik reagiere man mit Bewegung, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert nur wenige Minuten, nachdem die Rücktrittsankündigung bekannt geworden war.

"Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleistung für die katholische Kirche", sagte Seibert. "Er hat seine ganz persönliche Handschrift als Denker an der Spitze dieser Kirche und auch als Hirte eingebracht." Ihm gebühre Dank dafür, diese Weltkirche acht Jahre lang so geleitet zu haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel werde sich im Laufe des Tages auch noch persönlich dazu äußern.

+++ Bruder: "Das Alter drückt" +++

[12.20 Uhr] Georg Ratzinger, Bruder des Papstes, nennt ebenfalls die angeschlagene Gesundheit von Benedikt XVI. als Grund für dessen Rücktritt. "Das Alter drückt", zitiert die Nachrichtenagentur dpa den 89-Jährigen. Der Arzt des Papstes habe geraten, keine transatlantischen Reisen mehr zu unternehmen, so Georg Ratzinger. Auch das Gehen bereite seinem Bruder zunehmend Schwierigkeiten.

+++ Papst nennt schwindende Kräfte als Rücktrittsgrund +++

[12.17 Uhr] Der Papst sagt, er habe aufgrund seines Alters nicht mehr "die Kraft", die katholische Kirche zu führen. Zu dieser Erkenntnis sei er nach Prüfung seines Gewissens vor Gott gekommen. Er spüre das Gewicht der Aufgabe, dieses Amt zu führen. Er habe lange über seine Entscheidung nachgedacht und sie zum Wohl der Kirche getroffen. Benedikt XVI. ist seit 2005 im Amt und hatte bereits früher deutlich gemacht, er könne sich durchaus vorstellen, etwa aus Gesundheitsgründen das Pontifikat abzugeben.

+++ "Wie ein Blitzschlag" +++

[11.58 Uhr] Offenbar trifft die Entscheidung des Papstes auch im Vatikan viele unvorbereitet. Kardinaldekan Angelo Sodano sagt, die Rücktrittsmeldung sei wie ein "Blitzschlag aus heiterem Himmel".

+++ Erste Meldungen +++

[11.47 Uhr] Um kurz vor Mittag schickt die Nachrichtenagentur Reuters eine Eilmeldung: Der Papst wolle zurücktreten. Reuters beruft sich auf die italienische Agentur Ansa. Nur wenige Minuten später kommt die Bestätigung: Benedikt XVI. bestätigt, dass er zum 28. Februar als Papst zurücktritt. Er verkündet die Nachricht auf Latein: Ab 20.00 Uhr an dem Tag werde der Stuhl des heiligen Petrus vakant sein.

ulz/dpa/AFP/Reuters
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