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Vatikan: Papst entlässt Chef der Schweizergarde

Foto: MAX ROSSI/ REUTERS

Kritik an Führungsstil Papst Franziskus feuert Chef der Schweizergarde

Sein Führungsstil soll ihm "zu teutonisch" gewesen sein: Papst Franziskus setzt den Kommandanten der traditionsreichen Schweizergarde vor die Tür. Wer der Nachfolger von Daniel Anrig wird, ist noch unklar.

Rom - Erneut hat der Reformeifer des Papstes einen kirchlichen Würdenträger aus dem Amt katapultiert - diesmal allerdings betrifft es kein Mitglied der Kurie, sondern Franziskus' obersten Leibwächter. Wie unter anderem der "Telegraph" unter Berufung auf das vatikanische Amtsblatt "Osservatore Romano" meldet, wird Daniel Anrig von seinem Posten als Chef der Schweizergarde abberufen. 

Radio Vatikan hatte bereits am Dienstag gemeldet, dass Anrig zurücktritt - und zwar auf eigenen Wunsch. Franziskus habe "erlaubt", dass der Schweizer zum 31. Januar sein Amt abgebe. Anrig war demnach seit 2008 Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde im Rang eines Oberst.

Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, habe Franziskus den Führungsstil des 42-Jährigen in Wahrheit als zu streng und "zu teutonisch" empfunden - und ihn deshalb aus dem Amt entfernt. Er wünsche sich einen wärmeren, weniger militärischen Stil für die traditionsreiche Leibgarde, heißt es etwa im "Telegraph" unter Berufung auf die Tageszeitung "Il Messagero".

Wer Anrigs Nachfolger wird, ist bislang nicht bekannt. Schweizer Medien spekulieren allerdings, es könne Christoph Graf werden, seit 2010 Vizekommandant der Wachtruppe.

rls
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