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Audienz von Franziskus Papst wünscht sich "arme Kirche für die Armen"

Arm und für die Armen da - so soll die katholische Kirche laut Papst Franziskus sein. Der Pontifex erzählte bei einer Audienz auch vom Moment seiner Wahl. Der Termin für das historische Treffen mit Benedikt XVI. steht jetzt ebenfalls.

Rom - Papst Franziskus hat für materielle Zurückhaltung der Kirche und mehr Hilfe für Bedürftige plädiert. "Wie gern ich eine arme Kirche für die Armen hätte", sagte Franziskus im Vatikan vor Hunderten Journalisten. Als seinen Papstnamen habe er Franziskus gewählt, weil der heilige Franz von Assisi "ein Mann der Armut und ein Mann des Friedens" gewesen sei.

Seine Wahl beschrieb der Papst als emotionalen Moment. Er habe neben dem brasilianischen Kardinal Cláudio Hummes gesessen, als die Entscheidung verkündet worden sei. "Er umarmte und küsste mich und sagte mir, dass ich die Armen nicht vergessen solle", sagte Franziskus. "Und dieses Wort ging hier hinein", fügte er hinzu und deutete auf seinen Kopf. Er habe daher "sofort an Franz von Assisi gedacht". Dieser habe sich auch dadurch hervorgetan, dass er sich für die Wahrung der Schöpfung eingesetzt habe. "Zurzeit ist unser Verhältnis zur Schöpfung nicht sehr gut", sagte Franziskus.

Am kommenden Wochenende will sich der Papst mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. in der päpstlichen Sommerresidenz treffen. Franziskus werde am nächsten Samstag mit dem Hubschrauber nach Castel Gandolfo fliegen, wo sich Benedikt seit seinem Rücktritt am 28. Februar aufhält. Das historische Treffen des neuen und des emeritierten Papstes wird in Rom mit Spannung erwartet. Die beiden Männer wollen zusammen zu Mittag essen.

Bereits am Sonntag ist der nächste öffentlichkeitswirksame Auftritt des Papstes. Dann spricht Franziskus sein erstes Angelus-Gebet. Dazu werden Zehntausende Gläubige auf dem Petersplatz erwartet.

Der Papst will außerdem die Staatschefin seines Heimatlandes Argentinien empfangen. Das Treffen mit Cristina Kirchner finde am Montag um 12.50 Uhr in der Casa Santa Marta, der derzeitigen Residenz des Papstes, statt, teilte der Vatikan mit. Die Präsidentin nimmt am folgenden Tag auch an der Messe zur Amtseinführung des Papstes teil.

Bislang unterhielt Kirchner eine unterkühlte Beziehung zu dem Geistlichen, unter anderem wegen Differenzen hinsichtlich der Einführung der Homo-Ehe in Argentinien im Jahr 2010. Zu Franziskus' Amtseinführung werden Delegationen aus rund hundert Ländern und Hunderttausende Pilger erwartet.

ulz/AFP/dpa