Papst Franziskus erklärt verweigerte Handküsse mit Hygiene-Sorgen

Warum zog der Papst seine Hand weg, als mehrere Gläubige seinen Fischerring küssen wollten? Nun hat der Vatikansprecher eine Begründung geliefert: Angst vor der Verbreitung von Keimen.

Die 85-jährige Schwester Maria Concetta Esu küsst Papst Franziskus die Hand, während er ihr bei seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz einen "Pro Ecclesia et Pontifice"-Preis überreicht
Andrew Medichini/DPA

Die 85-jährige Schwester Maria Concetta Esu küsst Papst Franziskus die Hand, während er ihr bei seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz einen "Pro Ecclesia et Pontifice"-Preis überreicht


Papst Franziskus sorgte zuletzt im Wallfahrtsort Loreto für Irritationen. Pilger, die zum Zeichen der Loyalität seinen Ring küssen wollten, küssten meistens ins Leere. Warum zog der Papst seine Hand wieder weg?

Der Vatikan hat nun eine Erklärung veröffentlicht: Franziskus habe die Verbreitung von Keimen unter den vielen Pilgern verhindern wollen, sagte Papstsprecher Alessandro Gisotti in Rom.

Das Kuss-Video hatte seit Montag im Netz für Diskussionsstoff gesorgt. Darin ist zu sehen, wie der 82-jährige Pontifex bei einem Besuch in Loreto mehreren Menschen die Hand wegzieht, die ihm den Fischerring küssen wollen. Im Internet wurde der Papst dafür kritisiert, dass er mit der Geste die Menschen gedemütigt hätte oder mit kirchlichen Traditionen bräche. Das Video wurde Millionen Mal geklickt.

Im Video: Franziskus verweigert Gläubigen Ring-Küsse

REUTERS

In der offiziellen Übertragung des Vatikans ist die gesamte rund 14 Minuten lange Szene zu sehen. Dort wird deutlich, dass ihm mehrere Gläubige ohne Hindernis die Hand und den Ring küssen.

Bei Audienzen lässt sich Franziskus oft umarmen und hat auch sonst eigentlich wenig Berührungsängste. Aber mehrere Menschen, die alle dieselbe Stelle küssen? Da ergriffen wohl selbst den Heiligen Vater Sorgen um Krankheiten, die sich so ausbreiten könnten.

Traditionell wird Päpsten bei der Amtseinführung der Ring übergeben. Um ihre Verehrung und Anbetung zum Ausdruck zu bringen, knien gläubige Katholiken oft vor dem Papst nieder und küssen ihm den Ring.

Franziskus gibt sich allerdings gern volksnah, prangert immer wieder die Machtdemonstration von Kirchenführern an und fordert Bescheidenheit. So wollte er auch keinen Ring aus massivem Gold, sondern "nur" einen vergoldeten Silberring.

wit/dpa



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