Silvestervesper Papst ruft zu mehr Menschlichkeit auf

Gegen das Wegschauen, für mehr Nächstenliebe: Der Papst hat in der Silvestervesper dazu aufgerufen, Menschen zu helfen, die in Schwierigkeiten stecken. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Zollitsch bezeichnete Franziskus als "ein Geschenk Gottes an die Kirche".

Papst Franziskus: "Das Rom des neuen Jahres wird besser sein, wenn es keine Menschen mehr gibt, die wegschauen"
DPA

Papst Franziskus: "Das Rom des neuen Jahres wird besser sein, wenn es keine Menschen mehr gibt, die wegschauen"


Rom - Papst Franziskus hat zum Ende des Jahres 2013 zu mehr Menschlichkeit und Nächstenliebe aufgerufen. "Wir sollten uns mutig fragen: Wie haben wir die Zeit verbracht, die Gott uns geschenkt hat? Haben wir sie vor allem für uns selbst verwendet oder haben wir es geschafft, sie auch für die anderen einzusetzen", sagte der Papst bei der Vesper zum Silvestertag im Petersdom in Rom. Jeder Mensch solle aufmerksam und großzügig gegenüber denjenigen sein, die in Schwierigkeiten steckten.

In einer Stadt wie Rom, in der viele Touristen, aber auch Flüchtlinge und Arbeitslose lebten, müsse jeder gleich behandelt werden, forderte Franziskus. "Das Rom des neuen Jahres wird besser sein, wenn es keine Menschen mehr gibt, die wegschauen, die sich nicht in die menschlichen Probleme einmischen, Probleme von Männern und Frauen, die - ob wir es wollen oder nicht - unsere Brüder sind", sagte der 78-jährige Argentinier an seinem ersten Silvester als Papst.

Bei der Vesper wurde wie immer am Silvesterabend das "Te Deum" gesungen. Mit dem feierlichen traditionellen Lob-, Dank- und Bittgesang (vom lateinischen "Te Deum laudamus" - "Dich Gott loben wir") wird für das zu Ende gehende Jahr gedankt. Im Anschluss an die Zeremonie wollte Franziskus die Krippe auf dem Petersplatz besuchen.

Kirche soll Gespräch mit Kritikern suchen

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, ermunterte Christen zu mehr Einmischung und Einspruch gegen Ungerechtigkeit. "Es ist höchste Zeit, der ungerechten Verteilung von Gütern und Lebensmitteln massiv entgegenzutreten", sagte er in seiner Predigt zum Jahresende im Freiburger Münster. "Erheben wir Einspruch gegen jegliche Missachtung der menschlichen Würde - gerade auch die der unzähligen Frauen, deren Körper zum Objekt wird, die zu Prostitution gezwungen und durch Vergewaltigung gedemütigt werden." Zollitsch gedachte auch der Opfer von Verfolgung und Krieg etwa in Syrien, Nahost und im Südsudan.

Die Kirche solle dem Vorbild von Papst Franziskus folgen und das Gespräch auch mit Kritikern und Zweiflern suchen. "Unser Heiliger Vater ist ein Geschenk Gottes an die Kirche - und das gerade heute", sagte Zollitsch laut Predigttext. "Seine unkomplizierte Art auf Menschen zuzugehen und seine erfrischende Weise, den Glauben zu leben und beherzt den Dialog zu suchen - gerade auch mit all jenen, die fragen und zweifeln und suchen -, soll uns nicht nur dankbar werden und staunen lassen, sondern Ansporn sein, es ihm gleich zu tun", mahnte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

cte/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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to5824bo 31.12.2013
1. Geschenk
Als Protestant würde ich Herrn Zollitsch zustimmend gern hinzufügen: "Papst Franziskus ist ein Geschenk an die ganze Christenheit - und darüber hinaus." Einer der (wenigen) Lichtblicke des zu Ende gehenden Jahres und ein Hoffnungsträger für das neue Jahr.
BettyB. 31.12.2013
2. Nur eine Frage
Sind all die anderen Würdenträger ein Geschenk des Teufels oder nicht eher ein Geschenk Gottes?
robert.c.jesse 31.12.2013
3. Er spricht mir aus der Seele...
Und liebe Frau Merkel, wie wäre es, wenn Sie sich diese Worte zu Herzen nehmen...
Loddarithmus 31.12.2013
4. Wen meint er?
Zitat von sysopDPAGegen das Wegschauen, für mehr Nächstenliebe: Der Papst hat in der Silvestervesper dazu aufgerufen, Menschen zu helfen, die in Schwierigkeiten stecken. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Zollitsch bezeichnete Franziskus als "ein Geschenk Gottes an die Kirche". http://www.spiegel.de/panorama/papst-ruft-zu-mehr-menschlichkeit-auf-a-941383.html
Etwa Uli Hoeneß?
olga1951 31.12.2013
5. papst
ist nicht papst. obwohl ich evangelisch bin würde ich glatt zum Katholizismus übertreten; wenn ich sicher vwäre, dass der Nachfolger die gleiche Richtung vertritt.
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