Papua-Neuguinea HIV-Patienten wurden lebendig begraben

Grausige Erkenntnisse hat die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation auf einer Reise durch abgelegene Dörfer in Papua-Neuguinea gewonnen: Sie berichtete, dass dort Aids-Kranke lebendig begraben worden seien - um die Ansteckung anderer mit dem Virus zu verhindern.


Port Moresby - Die Einwohner von Dörfern im Süden des Landes glaubten, durch diese Praxis weitere Infektionen verhindern zu können, sagte Margaret Marabe von der Hilfsorganisation "Igat Hope" der BBC. Sie war fünf Monate lang in den abgelegenen Hochebenen unterwegs gewesen, um die Einwohner über Aids aufzuklären.

"Einige Sterbende wurden auch einfach zu den Müllhalden oder zum Fluss gebracht", sagte Marabe, die selbst mit dem HI-Virus infiziert ist. In dem Artikel bezeichnete ein Reporter des australischen Fernsehsenders ABC, der sie vor Ort getroffen hatte, ihren Bericht als "ziemlich glaubwürdig". Er habe selbst miterlebt, wie Aids-Patienten Opfer von Gewalt würden. So habe er gesehen, wie Kranke aus dem Haus in den Garten oder in den Schweinestall verstoßen worden seien.

Marabe rief die Regierung und Präventions-Initiativen dazu auf, in Zukunft verstärkt die ländliche Bevölkerung über Aids zu informieren. In einigen Regionen seien auch als "Hexen" beschuldigte Frauen gefoltert und getötet worden, weil sie für die Infektion mit dem HI-Virus verantwortlich sein sollten.

HIV breitet sich in dem Sechs-Millionen-Einwohner-Staat derzeit unkontrolliert aus. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen stieg die Zahl der Infizierten in Papua-Neuguinea zwischen 1997 und 2005 um 30 Prozent auf rund 60.000.

sto/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.